Ich könnte sofort loslegen

Gerade einmal ein knappes Jahr war er weg, jetzt ist er wieder in der Stadt: Doch Christian Johns (26) ist nach seiner Abkehr vom Oberligisten Westfalia Herne nicht wie von vielen erwartet bei seinem Leib- und Magenverein FC/JS Hillerheide gelandet, sondern bei den Sportfreunden Stuckenbusch. Dort trainiert er seit Dienstag mit, in Pflichtspielen darf er für den Landesligisten allerdings erst zur Rückrunde auflaufen. Wir haben bei Kiki, wie ihn eigentlich fast alle nennen, mal nachgehört...

Recklinghausen.. Hallo, Christian Johns, wie ist denn die Verbindung mit Stuckenbusch zustande gekommen. Wurden Sie von dort angesprochen?

Christian Johns: Ja, genau so war es. Ich hatte zwar auch andere Anfragen, und nicht zuletzt aus der Oberliga, aber mir fehlte einfach die Begeisterung, zum Beispiel immer eine Stunde nach Sprockhövel zu fahren. Gleichzeitig wollte ich aber auch noch ein bisschen höher spielen. Und so ist es eben Stuckenbusch geworden.

Wo Sie als ordnende Hand oder auch als kreative Kraft im Mittelfeld gut hineinpassen könnten.

Johns: Das hat mir Trainer Michael Pannenbecker auch so gesagt, was mir den Wechsel natürlich erleichtert hat.

Kannten sie Pannenbecker vorher schon näher?

Johns: Nicht wirklich. Man kannte sich vom Spielfeldrand, aber mehr auch nicht. Mit der Mannschaft sah das schon anders aus, da waren mir einige Spieler nicht fremd. Man kennt sich eben.

Haben Sie denn den bisherigen Saisonverlauf der Stuckenbuscher verfolgt?

Johns: Natürlich. Ich war und bin ja Recklinghäuser, da schaut man bei einigen Vereinen schon mal genauer hin, wie es läuft - bei meinem Ex-Klub Hillerheide ein bisschen genauer, aber auch bei Stuckenbusch.

Ihr Abgang in Herne kam für Außenstehende überraschend, mit Ihnen haben noch fünf weitere Spieler um die Auflösung der bestehenden Verträge gebeten. Vermutlich schafft man es nicht, in ein, zwei Sätzen zu erklären, was da wirklich vorgefallen ist.

Johns: Das ist in der Tat schwierig. Ich kann dazu nur Folgendes sagen: Bei der Westfalia wurden persönliche Interessen vor Vereinsinteressen gestellt, und das konnte nicht angehen.

Auch Ihre Mutter Ute, die dem Westfalia-Vorstand angehörte, hat sich zwischenzeitlich zurückgezogen.

Johns: Das war letztlich nur folgerichtig. Sie hat uns ja ganz im Sinne von Gerechtigkeit und Ehrlichkeit erzogen.

Ihr Vertrag wurde inzwischen tatsächlich aufgelöst. Bei Ihrem Bruder Marcel ist man in Herne nicht so kooperativ.

Johns: Na, ja. Marcel steht ja auch schon ein bisschen länger bei der Westfalia im Tor. Und vielleicht hat es auch eine Rolle gespielt, dass ich nach der Sommerpause verletzt war und deswegen ein wenig schwer hineingefunden habe.

Aber jetzt sind Sie wieder fit?

Johns: Aber ganz sicher. Ich könnte sofort loslegen.