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"Ich hatte Gänsehaut"

10.09.2013 | 08:52 Uhr
WM-Teilnehmer aus Datteln: Das Ehepaar Detlev und Susanne Weinert war als Kampfrichter bei den Weltmeisterschaften in Duisburg dabei.  Privat
WM-Teilnehmer aus Datteln: Das Ehepaar Detlev und Susanne Weinert war als Kampfrichter bei den Weltmeisterschaften in Duisburg dabei. Privat

Datteln.  Knapp 17 500 Zuschauer verfolgten die Rennen der Kanu-Weltmeisterschaften in Duisburg vom 27. August bis 1. September. Insgesamt nahmen 956 Athleten aus 78 Nationen teil. Ein Medaillenregen ergoss sich über die deutschen Kanuten. Höchstes Lob sprach ICF-Präsident Jos Perurena Lpez für die Organisation der Titelkämpfe aus, die auch mit Dattelner Beteiligung über die Bühne gingen.

Zum Kampfrichter-Team gehörten auch Susanne und Detlev Weinert von den Kanuten-Emscher-Lippe. "Wir sind stolz darauf, die beiden in unserem Verein als Mitglieder zu haben", lobte KEL-Pressewart Mario Bastek. Eigentlich sollten die Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro stattfinden. Doch der brasilianische Verband konnte wegen fehlender finanzieller Mittel die Sportstätten nicht fertig stellen und gab die Ausrichtung der WM ab. So fanden zum fünften Mal seit 1979 die Titelkämpfe in Duisburg statt. Der DKV organisierte in Zusammenarbeit mit dem lokalen Kanu-Regatta-Verein die Ausrichtung der WM 2013. "Ein Kraftakt", wie DKV-Präsident Thomas Konietzko betonte.

Binnen elf Monaten musste also die komplette Organisation aus dem Boden gestampft werden. Für Susanne und Detlev Weinert ein Glücksfall. Die Dattelner wurden im März vom Organisationskomitee kontaktiert. "Wir haben ohne zu Überlegen zugesagt", schildert Detlev Weinert. Das Duo ist seit Jahren im Kampfrichter-Team der KEL aktiv und kann sich als "Routinier" im Regattageschäft bezeichnen. "Aber bei einer Weltmeisterschaft mitzuwirken, das ist eine ganz andere Hausnummer", bestätigt Detlev Weinert.

Früh morgens traf sich das Kampfrichterteam zur Besprechung. Rund eine Stunde vor den ersten Rennen des Tages (zwischen acht und neun Uhr) wurden die Aufgaben verteilt. "Mal ist man bei der Zwischenzeit-Abnahme eingeteilt oder für das Zielfoto zuständig. Man ist den ganzen Tag eingespannt, macht lediglich zwischendurch kurz Pause um etwas zu essen oder zu trinken", beschreibt Detlev Weinert, der die Erfahrungen der Weltmeisterschaften aber nicht missen möchte: "Es war ein Erlebnis", blickt Weinert fast ehrfürchtig zurück. "Die deutsche Mannschaft hat uns mit fabelhaften Leistungen verzückt. Da hatte man bei jedem Zieleinlauf Gänsehaut."

Im Übrigen: Die Flotte des Deutschen Kanu-Verbands nutzte das Heimspiel in Duisburg um 18 Medaillen - darunter 15 in den olympischen Disziplinen - zu erobern. Neunmal Gold, sechsmal Silber und dreimal Bronze bescherte dem deutschen Team den ersten Platz in der Nationenwertung vor dem Erzrivalen aus Ungarn.

Viel Zeit die Eindrücke der Weltmeisterschaft genießen zu können, haben die Weinerts nicht. Bereits heute beginnen in Köln die Deutschen Meisterschaften (bis 15. September) - mit den Weinerts im Organisationsteam.

Von Kevin Korte

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