Hinterherfahrt
26.07.2009 | 19:25 Uhr 2009-07-26T19:25:00+0200Es hat nicht sollen sein. Aus der erhofften Medaille wurde für Hannah Feldhaus und Theresa Hülsmann bei den U 23-Weltmeisterschaften der Ruderer in Racice/Tschechien nichts.
Racice. Am Ende eines unbefriedigenden Rennens war es sogar nur der fünfte Platz – immerhin noch deutlich vor dem Schlusslicht aus Weißrussland.
Dass es schwer werden würde, eine Medaille zu holen, das war dem Team von Trainer Christoph Lüke spätestens nach dem Vorlauf klar. „Da waren wir gar nicht zufrieden”, sagte Hannah Feldhaus über den schwachen Auftakt, der zumindest im Hoffnungslauf vergessen wurde. Ein sicherer Finaleinzug, die Kanadierinnen als Siegerinnen immerhin noch in Reichweite, die Polinnen ganz in der Nähe. Dass England und Weltmeister USA um Gold und Silber streiten würden, war irgendwie zu erwarten, auch wenn Insider eher auf Abo-Sieger USA als auf den späteren Sieger England getippt hätten. Aber dass die Polinnen, vermutlich auch beflügelt durch die Ausrichtung der Weltmeisterschaft in wenigen Wochen in Poznan, im Finale so richtig einen raushauen würden, die Favoriten mächtig ärgerten, das überraschte dann doch fast alle. Kanada war schon ohne Chance als Vierter und die deutschen Ruderinnen quälten sich schon auf den ersten 1000 Metern als Letzter herum und verhinderten den totalen Frust, indem sie das weißrussische Boot überholten und das dann auch noch deutlich auf Distanz hielten.
Mehr war offenbar in dieser Saison nicht möglich für Hannah Feldhaus und Theresa Hülsmann, die aber immerhin wertvolle Erfahrungen sammeln durften im Hinblick auf die nächsten Jahren, in denen sie mit Weitblick den Sprung in die A-Klasse anstreben. Seit Cheftrainer Hartmut Buschbacher im Deutschen Ruderverband das Zepter schwingt, ist vieles in Bewegung. Gerade der Nachwuchs rechnet sich mehr Chancen aus. Wenn denn die Grundleistung stimmt.
An dem durch den Sturm am Donnerstag verursachten Bootsschaden hatte es jedenfalls nicht gelegen, dass die deutschen Ruderinnen in Racice nicht auf Touren kamen. Denn die Bootsbauer des Deutschen Ruderverbandes hatten ganze Arbeit geleistet, auch Rainer Empacher, dessen Bootswerft vor Ort selten so häufig von den Ruderern gebraucht wurde. „Morgen wird er noch poliert, dann ist er wieder wie neu”, sagte Empacher zu den Sportlerinnen, als sie nach der unfreiwilligen Pause wieder am reparierten Boot eintrafen. Im Hoffnungslauf gelang Feldhaus, Hülsmann und dem Achter, auch eine Steigerung. Das Gefühl für ein noch besseres Finale war da, da war sich Theresa Hülsmann schon im Vorfeld sicher. „Wir brauchen diesen Hoffnungslauf, um uns einzufahren.” Diesmal stimmte aber nicht das Motto: Aller guten Dinge sind drei. Immerhin trübte das nicht die Freude auf der anschließenden Fair Well-Party, bei der Deutsche Ruderverband 15 Medaillen (von 21 möglichen) feiern durfte.

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