Hillerheide dominiert das Derby

Dirk Kitsch ist bei SW Röllinghausen das, was Sebastian Kehl für Dortmund ist. Der 23-jährige Verteidiger des A-Kreisligisten rattert Spiel für Spiel wie Kehl gebetsmühlenartig und voller Ehrgeiz seine Motivationsverse herunter. Sieht gut aus, weiter so, war sein Mantra in der ersten Viertelstunde des Derbys gegen Tabellenführer FC/JS Hillerheide. Bis der haushohe Favorit das 1:0 erzielte. Frohnatur Kitsch musste das Band wechseln. Heide gewann 4:0.

Recklinghausen.. Was sicher nicht an Kitschs verbaler Aufgabe lag, sondern vielmehr daran, dass die Gäste ihre Dominanz mit viel Ballbesitz ausspielten. Frühes Stören ließ Röllinghausen gerade in Hälfte eins kaum eine Chance, den holprigen Rasen jenseits der Mittellinie kennenzulernen. So dauerte es 29 Minuten, bis die Elf von Trainer Frank Fuhrmann die erste Ecke schlagen durfte.

Bis dahin war Mathias Menke schon zweimal per Kopfball an Röllinghausens Keeper Philipp Ress gescheitert. "Sieht gut aus", befand Kitsch. Doch dann sah sein Mitspieler Ingo Leifeld für den Bruchteil einer Sekunde schlecht aus. Sein langes Bein brachte Heides Moritz Bleyer zu Fall. Dejan Petrovic verwandelte den fälligen Strafstoß trocken zum 1:0 (17.).

Die Vorentscheidung ordnete Fuhrmann als "ganz großes Kino" ein. Mit Händen und Füßen hatte sich Hillerheides Dauerrenner Roman Malasewski an der Seitenlinie gegen Pascal Kitsch - Dirks Zwillings - durchgesetzt. Sein Pass in die Mitte legte Petrovic auch Bleyer ab, der auf 2:0 erhöhte (42.) "Das war ein klares Foul", monierte Fuhrmann. "Und das Tor unser Genickbruch."

Nach dem Seitenwechsel verschaffte sich Röllinghausen mit durchaus vielversprechenden Angriffen Luft. Doch gefährlich wurde es letztlich nur nach einem Kopfball von Dennis Meißner über die Latte. Auf der Gegenseite ging es weitaus brenzliger zu: Malasewski (52.) und Marius Kruppa (63.) setzte ihre Schüsse aus Nahdistanz knapp am Pfosten vorbei.

Nicht lehrbuchreif, aber effektiv bereitete Serkan Umar das 3:0 vor. Seine Ablage einer Flanke mit Brust und Oberschenkel zugleich bugsierte Muhammed Elmas ins SWR-Gehäuse (72.). In der Schlussphase ließ Hillerheide mehrere Konterchancen aus, ehe der eingewechselte Marco Ceglarek per Drehschuss aus gut 25 Metern in den Winkel das 4:0 besorgte. "Das war schon sehenswert", gestand SWR-Coach Fuhrmann. Schnell hatte der SWR-Coach Fuhrmann die Niederlage gegen den Klassenprimus abgehakt. "Unsere Spieler kommen noch. Und dann holen wir die fünf, sechs Punkte, die wir noch brauchen."