Hauptpreis für das Willy-Brandt-Gymnasium
18.12.2007 | 16:49 Uhr 2007-12-18T16:49:00+0100Mädchenfußball ist in. Aber das weiß Holger Arntz vom Willy-Brandt-Gymnasium in Oer-Erkenschwick schon seit vielen Jahren.
Oer-Erkenschwick. Mädchenfußball ist in. Aber das weiß Holger Arntz vom Willy-Brandt-Gymnasium in Oer-Erkenschwick schon seit vielen Jahren. Jetzt bekam er es aber noch einmal von Rita Wahl, der Mädchenfußballexpertin beim Fußballverband Westfalen, noch einmal bestätigt. Denn die zeichnete in Namen des Deutschen Fußballbundes Arntz und seine Mädchenmannschaft als eine von nur neun Schulen in Westfalen im Rahmen der DFB-Aktion „Wer sind Deutschlands coolste Schulkickerinnen” aus.
Für Wahl eine vollkommende logische Auszeichnung. „Hier an diesem Gymnasium wird Mädchenfußball schon seit vielen Jahren groß geschrieben. Aktuell sind es fast 60 Mädchen, die in verschiedenen Mannschaften aktiv sind. Zudem sind sie auch noch erfolgreich. Dementsprechend gut sind die Preise hier auch verteilt.”
Stellvertretend für ihre erfolgreiche U 17-Schulmannschaft nahm dann Kapitän Ricarda Welke den Preis von Wahl entgegen. Dabei freuten sich die Mädchen vor allem über den schicken Trikotsatz und die 15 Trainingsbälle, die sie richtig gut gebrauchen können. Welke: „Wir alle finden Fußball cool und es macht uns richtig Spaß. Viele von uns spielen auch im Verein Fußball und finden es ganz selbstverständlich, dass wir auch eine Mädchenschulmannschaft haben.”
Seit sechs Jahren gibt es Mädchenmannschaften am Willy-Brandt-Gymnasium in Oer-Erkenschwick. Wobei die Taufe der ersten Mannschaft auch Initiator Holger Arntz überraschte. „Ich habe damals die Jungenmannschaft betreut und auf einmal kam eine große Mädchengruppe auf mich zu und fragte, ob ich nicht auch für sie eine Mannschaft organisieren könnte. Ich habe dann einfach mal ein Probetraining gemacht und gleich beim ersten Mal waren mehr als 20 Mädchen dabei.” Vor allem auf Kreisebene macht den Mädchen so leicht keine andere Schule etwas vor, so dass sie inzwischen fast schon zum Serienkreismeister wurden und dementsprechend auch einen Stammplatz bei den Bezirksmeisterschaften inne haben. „Da ist aber meist schon in der Vorrunde Schluss”, so Arntz. „Einmal waren wir beim Final-Fou-Turnier. Doch haben wir da gegen reine Vereinsmannschaften gespielt und waren dementsprechend ohne Chance.”
Dennoch ist der Lehrer stolz auf seine Mädchen. Doch trotz der Erfolge und der aktuellen Auszeichnung wird es auch für ihn immer schwerer Mädchenfußball etabliert zu halten. Angesichts der strengen Vorschriften aus Düsseldorf von der Landesregierung zum Thema Unterrichtsausfall ist es für ihn inzwischen fast unmöglich geworden, seine Mannschaften auch bei den Entscheidungsspielen zu betreuen. „Auf der einen Seite fordert die Landesregierung von Schülern und Lehrern mehr Engagement in Sachen Sport und Freizeit. Doch dann macht sie dieses Engagement mit ihren starren Plänen und der unnachgiebigen Haltung in Sachen Unterrichtsausfall fast unmöglich. Daher weiß ich nicht, wie lange wir hier die AG's noch aufrecht erhalten können.”
Zum Glück für Arntz und seine Fußballerinnen gibt es aber noch Karl-Heinz Elinghoff. Der Vater einer ehemaligen Schülerin ist Experte in diesem Bereich. Er betreut in seiner Freizeit auch eine Mädchenmannschaft bei Concordia Flaesheim und hat dem Erkenschwicker-Lehrer viele Trainings- und Wettkampftermine abgenommen. Auch die Teilnahem an diesem DFB-Wettbewerb war seine Idee. „Er hat mit den Mädchen das Meiste entwickelt und auch eingeschickt. Mir fehlt dafür im Moment einfach die Zeit”, so Arntz.

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