Günstige Leistungsträger
15.02.2010 | 16:28 Uhr 2010-02-15T16:28:00+0100Basketball ohne US-Amerikaner ist in Deutschland undenkbar. Zumeist sind sie die absoluten Leistungsträger, wie Ahmad Smith und Cory Abercrombie bei den Hertener Löwen. Für Ausländer gelten in der 2. Bundesliga strenge Auflagen.
Recklinghausen. „Bevor wir einem Verein die Lizenz für einen Amerikaner gewähren”, sagt Jochen Böhmcker, der Spielleiter der 2. Bundesliga, „muss der Verein nachweisen, dass sich der Spieler legal in Deutschland aufhält.” Die Ausländer der 2. Bundesliga müssen über eine Arbeitserlaubnis als Basketball-Profi verfügen. Um zu einer Arbeitserlaubnis zu kommen, muss der Spieler über ein Einkommen verfügen, das ihm den Lebensunterhalt sichert. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Agentur für Arbeit erst ab einem Netto-Einkommen von mindestens 600 Euro ihr Okay gibt. Und das auch nur dann, wenn der Spieler darüber hinaus über eine Wohnung verfüge und seine Mobilität garantiert sei”, sagt Böhmcker.
Das bedeutet für die Vereine der 2. Bundesliga: Ein Amerikaner kostet Brutto mindestens 1 500 Euro pro Monat. Zieht man die Beiträge für die Berufsgenossenschaft (25 %), die Krankenversicherung (14,9 %) und weitere Steuern ab, bleiben Netto 600 Euro übrig. Der Verein müsste dann noch für die Wohnung und die Mobilität seines Spielers sorgen. 1 500 Euro für einen US-Amerikaner sind aber die Ausnahme. „In der Regel verdienen die US-amerikanischen Basketballer in der 2. Bundesliga Pro B zwischen 2000 und 2500 Euro monatlich”, sagt Böhmcker. Damit gehören die Ausländer allerdings noch zu den günstigsten Leistungsträgern in der 2. Bundesliga. Deutsche Spieler mit gleichem Niveau sind deutlich teurer. Es gibt einfach nicht so viele.

0mitdiskutieren