Grundschüler für Sport begeistern

In Zeiten des gebundenen Ganztags in der Schule ist ausreichend Bewegung für Schulkinder zu einer traurigen Seltenheit verkommen. Die Wolfgang-Borchert-Gesamtschule hat allerdings den Gegenentwurf erstellt.

Recklinghausen.. Auch in diesem Jahr fand in der Halle Nord der Talente-Cup statt. Das Angebot aus Fußball, Basketball und einem Geschicklichkeitsparcour wurde kreisweit an Grundschulen für Viertklässler ausgeschrieben. "Leider", sagt Thomas Wiemann, Lehrer, Stützpunkttrainer beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen und Organisator des Talente-Cups, "kommt aus Recklinghausen wenig Resonanz." Beleg: Lediglich die Gudrun-Pausewang-Schule aus König Ludwig nahm das Angebot an. "Dabei hat der Arbeitskreis Schulsport sogar den Bustransport angeboten", zuckt Wiemann mit den Schultern.

Aus den anderen Kreisstädtern waren die Jungen und Mädchen der Ewaldschule (Oer-Erkenschwick), Bonifatius- und Hartkortschule (beide Marl) sowie Silverberg-schule (Haltern am See) anwesend. Für einen reibungslosen Ablauf zeigten sich Bärbel Janowski (1. FFC 2003), Björn Grönheit (Citybasket) und Thomas Synowczik (Trainer bei Grün-Weiß Erkenschwick und A-Trainerlizenz-Inhaber) sowie etliche Sporthelfer zuständig.

Die Philosophie dahinter erklärt Wiemann: "Über die Schule und den Sportunterricht sollen die Kinder den Weg in den Verein finden." Wiemann unterstreicht: "Sport soll auch im sozialen Bereich erziehen. Wie verhalte ich mich in einer Gruppe? Was kann ich zum Erfolg der Gesamtheit beitragen?" Der Name Talente-Cup ist für Wiemann naheliegend: "Die Kinder sollen ausprobieren und ihr Talent in der jeweiligen Sportart entdecken."

Im Übrigen sind Bärbel Janowski und Björn Grönheit nicht nur Paten des Talente-Cups. Beide sind an der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule auch zusammen mit einem Lehrer Leiter von Arbeitsgemeinschaften (AG).
Der sportliche Bildungsweg wird an der Gesamtschule großgeschrieben. Es besteht die Möglichkeit, Sport als viertes Abiturfach zu wählen. Der Weg kann schon in der Klasse fünf beginnen. "Entsprechende Lehrpläne sehen neben den drei Schulstunden Sport auch zwei in einer AG vor", erklärt Wiemann.

Eine weitere sportliche (Schul-)Laufbahn ist eng verknüpft mit einer Sporthelfer-Ausbildung, die in einen Übungsleiterschein mündet. "Sport heißt auch Verantwortung übernehmen", erklärt Wiemann und hebt abermals etwas heraus, was manchmal doch zu kurz kommt. "Sport, egal in welcher Form, ist mehr als nur Bewegung." Das hat man an der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule längst erkannt.