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Ruder-Bundesliga

Gelebte Bundesliga

14.09.2009 | 18:54 Uhr
Gelebte Bundesliga

Das finale Wochenende in der Ruder-Bundesliga war spannend bis zuletzt. Der Waltroper Christian Ulrich mit dem Hamburger und Germania Ruderclub verpasste dann doch erwartungsgemäß hauchdünn den Titel des Liga-Champions gegen den hohen Favoriten aus Krefeld.

Krefeld.  Beim RV Rauxel mit Ulf Lucas (Datteln) und Trainer Matthias Stallmeyer (Recklinghausen) war nach dem Klassenerhalt nur noch Partystimmung angesagt. Wie bei der Dattelnerin Juliane Möcklinghoff, die mit dem Hamburger Alsterachter ganz souverän den Titel holte.

Schade, dass es für Ulrich nicht zum ganz großen Wurf reichte. Aber die tolle Aufholjagd der vergangenen Wochen gegen die schon weit enteilten Krefelder war aller Ehren wert, zumal sich diese mit Tagesplatz vier ins Ziel retteten und schon vor dem Finale (die Hamburger verloren gegen die Rhein-Ruhr Pred8Oars) feiern durften. Vor allem aber haben Ulrich und sein Team bewiesen, dass Vereinsachter in dieser Liga eine echte Chance haben gegen Renngemeinschaften und Söldnerteams. „Das ist auch ein positives Fazit dieser Saison”, schickte Arne Simann, einer der Macher der Ruder-Bundesliga, ein dickes Lob Richtung Vize-Meister: „Die Vereine leben Bundesliga. Das ist gut so und stimmt uns zuversichtlich für die Zukunft.”

Für den Ruderverein Rauxel ging es zwar in dieser Saison „nur” um den Klassenerhalt, doch die Ruderer von der Wartburginsel haben in vielen Dingen längst Vorbild-Funktion. Beeindruckend, wie Ulf Lucas und seine Mit-Ruderer schon frühzeitig mit ihrem Achtelfinalsieg am letzten Bundesliga-„Spieltag” in Krefeld den Kopf aus der Schlinge zogen. Beeindruckend, wie viele Rauxeler Fans auch diesmal vor Ort waren und den Elfrather See in eine Castroper Partymeile verwandelten. Beeindruckend, wie sehr sich die Rauxeler im Juli als Veranstalter in die Herzen der Aktiven malochten. „Für mich sind das die Paradiesvögel der Liga”, so Arne Simann: „Kein Verein lebt die Bundesliga so intensiv wie der RV Rauxel.” So durfte sich Trainer Matthias Stallmeyer nach dem 12. Platz im Gesamtklassement (Samstag wurden sie Achte) noch über eine Auszeichung für die besten Fans der Liga freuen. Zudem ließ Simann schon jetzt durchblicken, dass sich RVR-Ruder-Vorsitzender Meinolf Schnettler (Waltrop) berechtigte Hoffnungen machen darf, auch im nächsten Jahr wieder Bundesliga auf dem Rhein-Herne-Kanal anbieten zu können. Simann: „Zwei Veranstaltungen gehen nach Nordrhein-Westfalen. Krefeld und Rauxel haben absolut überzeugt.”

Das hat auch der Hamburger Alsterachter mit Juliane Möcklinghoff, der in Hannover auch von der Waltroperin Maren Derlien verstärkt wurde. Nur ein Patzer in Rauxel - der Rest lief wie geschmiert bis zum Liga-Champion. Zu den positiven Überraschungen dieser Saison zählt auch der von Manfred Beyer (Waltrop) trainierte RV Münster, der stets mit den Großen der Liga mithalten konnte, der es aber nicht aufs Treppchen schaffte, weil er im Juli einmal patzte.

Im Mittelfeld landete der RV Emscher Wanne-Eickel mit Schlagmann Bernd Heidicker (Recklinghausen). Nach gutem Beginn mit unter anderem auch Chritopher Wennrich und Felix Feldhaus (beide aus Datteln) baute die Crew allerdings zu sehr ab, so dass es nicht mehr als der siebte Platz wurde.

Detlev Seyb

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