Förderprogramme : WFLV zeigt Wege zu den Geldtöpfen
Der FC St. Pauli hat es 2008 vorgemacht. Er suchte gemeinsam mit dem Arzneimittelkonzern Norvatis, der sein Fußpflegeprodukt Lamisil ins Gespräch bringen wollte, die dreckigste Kabine Deutschlands und kürte den SV Lieth zum Sieger.
Recklinghausen. Denn dessen Räume sahen furchterregend aus: Schimmel, Schmutz, Anzeichen von Baufälligkeit. Dank Pauli und seinem Partner gab es Abhilfe: Die siegreichen Amateurkicker aus der Gegend von Elmshorn mit der fiesesten Umkleidekabine der Republik erhielten 20 000 Euro für die Renovierung der schlimmsten Schäden in ihrer heruntergekommenen Kabine.
Die Aktion macht Schule. Nun ist es der Landessportund Nordrhein-Westfalen (LSB), der die marodeste Sportstätte des Landes sucht. Bis zum 30. April können Fotos von undichten Dächer, löchrigen Böden, kaputten Flutlichtern oder Spielfeldern, die an Kartoffelacker erinnern, eingeschickt werden. Dann sucht eine Komission die grauseligsten Plätze aus.
Geld gibt es keines. Aber das scheint im Moment ohnehinin ausreichender Menge im Umlauf zu sein. Der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletik-Verband (WFLV) jedenfalls hat in einer seiner jüngsten Veröffentlichungen auf ein Seminar am 9. Mai in der Sportschule Duisburg-Wedau hingewiesen. Dabei geht es um den Sanierungsstau von Sportanlagen und um folgendes verheißungsvolles Angebot: „Wir zeigen Ihnen, wie Sie an die verbleibenden rund 120 Millionen des 'NRW-Förderprogramms Sportstätten' und andere Kredit-Programme herankommen”, verspricht der WFLV. Ein Schwerpunkt dabei sei außerdem ist die fachliche Beratung für den Bau von Kunststoffrasenplätzen (Fußball) und Kunststoffanlagen (Leichtathletik).






