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12.02.2010 | 13:48 Uhr

Peter Anders und der gesamte Trainerstab bleiben auch in der Saison 2010/11 beim FC 96 Recklinghausen

Recklinghausen. Sprunghaftigkeit lässt sich dem Mann nun wirklich nicht nachsagen. Peter Anders verkörpert eine große Portion Bodenständigkeit. Wie sollte es auch anders sein bei jemandem, der in einer Bergbaustadt geboren ist, in ihr lebt und im Bergbau gearbeitet hat. Beim FC 96 Recklinghausen bleibt der Oer-Erkenschwicker seiner Linie treu: Er einigte sich mit dem Fußball-Westfalenligisten auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit über die laufende Saison hinaus. Der 60-Jährige geht 2010/22 in seine vierte Spielzeit beim Klub. Mit ihm haben auch Co-Trianer Kai Moczyk, Torwarttrainier Christoph Osigus und Betreuer Markus Kulak ihr Okay gegeben. Kontinuität ist Trumpf am Stadion Hohenhorst.

Das war nicht immer so, erinnert sei nur an die hohe Wellen schlagende Episode mit Spielerberater Nedcet Tanis. Aber nun ist die Linie offenkundig ausgemacht: „Wir haben nach dem Umbruch im vergangenen Sommer eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft, die wir um drei oder vier weitere junge Leute ergänzen wollen”, sagt Peter Anders. Geld für große Sprünge oder Verstärkungen aus höheren Ligen gibt es nicht. Auf junge Leute aus der Region zu setzen, ist Tugend und Notwendigkeit zugleich.

Die Zielsetzung ist ausgemacht: „Dann ist es unser Ziel, in der nächsten Saison oben mitzuspielen. Wir sind nicht weit entfernt von Mannschaften wie Erkenschwick. Was uns vor allem noch fehlt, das ist die Konstanz.” Zu groß sind noch die Ausschläge auf dem Leistungsbarometer. Das Format der Mannschaft wechselte zwischenzeitlich zwischen Abstiegskandidat (1:6 in Brambauer) und Titelmitfavorit (5:0 in Siegen).

So soll es nicht bleiben. „Mir ist es leicht gefallen, für ein weiteres Jahr zuzusagen”, sagt der Trainer. „Ich möchte die Mannschaft weiterentwickeln.” Das Potenzial dazu habe sie. Und auch der Ruf des FC 96 scheint mittlerweile wieder repariert. „Ich bekomme viele Anfragen gerade von von Spielern die zu uns kommen wollen. Es hat sich herumgesprochen dass sie bei uns eine Chance bekommen.” Eine gleichermaßen positive wie komfortable Situation für einen Trainer. Der kann sich in nächster Zeit in aller Ruhe nach den erhofften Verstärkungen umsehen. Wobei Anders darauf hofft, Talente mit ähnlicher Entwicklung wie die von Sven Jesih (eigene Junioren), Fehmit Colak (TuS Hordel) oder wie von Marvin Piechottka (Spvgg. Erkenschwick) zu finden.

Momentan ist vieles davon allerdings blanke Theorie. Wie alle anderen Vereine in Westfalen auch ächzst auch der FC 96 unter dem ungewöhnlich harten und langen Winter. „Wir können wenig machen”, sagt Peter Anders fast resignierend. Mal ist er mit seiner Mannschaft in der Muckibude, mal bietet er Spinning an und natürlich sind die Spieler schon viel gelaufen. „Aber das ist auf die Dauer nichts für einen Fußballer.” Der Versuch, kurzfristig einen Testspielpartner zu finden, hat sich zerschlagen. Überall sind die Plätze gesperrt, selbst die meisten Kunstrasen sind nicht bespielbar. Also hat Peter Anders aus der Not eine Tugend gemacht und seiner Mannschaft über die Karnvevaltage freigegeben. Erst am Dienstag sehen sie sich beim Training wieder. Wenn denn eines möglich ist.

Andreas Rorowski

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