Finale furioso
01.09.2010 | 15:09 Uhr 2010-09-01T15:09:00+0200
Recklinghausen. Das Finale in der Ruder-Bundesliga (RBL) am kommenden Wochenende in Münster verspricht Spannung ohne Ende.
Die Achter von Juliane Möcklinghoff (Datteln) und Christian Ulrich (Waltrop) haben nach dem guten Saisonstart so sehr an Boden verloren, dass sie schon fast die anvisierten Ziele aus den Augen verloren haben. Noch aber ist nicht alles verloren.
Während die Ulrich-Crew aus Hamburg nach zwei dicken Beulen gegen den amtierenden Liga-Champion aus Krefeld bei schon 14 Punkten Rückstand nur noch theoretisch Meister werden kann, ist für Juliane Möcklinghoff noch die Titelverteidigung möglich. Ein Punkt Rückstand auf Krefeld, ein Punkt Vorsprung auf den Wannsee-Express aus Berlin – die Ausgangslage ist pikant und hoffnungsvoll zugleich. „Das wird ein heißer Krimi“, sagt Arne Simann, Pressesprecher der RBL. Gewinnt der Alsterachter um Möcklinghoff den letzten Renntag in Münster, läge der Titelverteidiger aus Hamburg in der Gesamtwertung vorne – egal, wie stark dahinter Krefeld auftrumpft. Dann hätte sie auch die meisten Tagessiege.
Die Form spricht aber eher für die Krefelder Frauen und das gilt auch für die Männer, die mit einem taktischen Schachzug das Meisterrennen entschieden haben. Sie hatten sich an Renntag vier im Zeit-rennen bewusst auf Platz 16 zurückfallen lassen, um so im Achtelfinale gleich den damals noch führenden Ulrich-Achter zu knacken. Das gelang und kürzlich in Hannover, als sich beide Teams bewusst früh aus dem Wege gehen wollten, trafen sie erneut im Achtelfinale aufeinander. Krefeld gewann wieder und hatte die Bahn frei, während Christian Ulrich und seine Mitstreiter jetzt sogar noch um Vize-Titel und im ungünstigsten Fall gar um eine Medaille zittern müssen.
Der Ruderverein Rauxel kann derweil die Rennen in Münster ganz gelassen angehen. Der gute Saisonstart hatte die Crew von Trainer Peter Jost gleich in Sicherheit gebracht, so dass die späten Ausreißer nach unten kaum Auswirkungen hatten. Platz neun ist es derzeit und einstellig wollen die Rauxeler auch weiterhin bleiben. Schon jetzt darf diese Saison als großer Erfolg gefeiert werden und auch die Frauen haben sich mit Rang acht in der Ersten Liga etabliert.
Die Frauen des RV Emscher Wanne-Eickel dürfen sich derweil über Verstärkung freuen. Charlotte Siering (Recklinghausen), die Junioren-WM-Bronzemedaillengewinnerin von Racice, steht ihrem Team in Münster zur Verfügung. Mit ihr sollte es gelingen, den Trend der vergangenen Renntage weiter zu verbessern. Platz neun ist in Reichweite.
Ins Renngeschehen greifen auch die Fans des RV Rauxel ein. Sie haben für den Sprint-Schnuppercup gemeldet, der Teams die Gelegenheit geben soll, ein wenig Liga-Luft zu schnuppern. Wer weiß, viel-leicht wird dies die Geburtsstunde eines zweiten Rauxeler Männer-Achters für die kommende Saison. Angedacht war dies schon im Frühjahr. Auch der RV Dorsten wird testweise einen Achter melden.

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