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Handball: Verbandsliga

Feuer und Flamme

09.02.2012 | 15:17 Uhr
Feuer und Flamme
Trainer Uwe Bekston und sein Team. Foto: Oliver Mengedoht / WAZ FotoPool

Herten.Uwe Bekston ist Dortmunder. Auch wenn er mittlerweile in seiner zweiten Saison bei Handball-Verbandsligist SV Westerholt tätig ist, sorgen die Derbies gegen den HSC Eintracht Recklinghausen oder die PSV Recklinghausen bei ihm nur für ein leichtes Knistern. Geht es aber wie heute (20.15 Uhr, Sporthalle Hacheney) zum OSC Dortmund ist er vergleichsweise Feuer und Flamme. Nicht nur, weil es das seit Wochen antizipierte, absolute Spitzenspiel der Liga ist.

„Man kennt sich“, sagt Bekston, der selbst rund acht Jahre für den OSC auflief. Damals lernte er Thorsten Stoschek kennen, den heutigen Coach des OSC. „Als ich aus der Jugend kam, hat Uwe in der Zweiten gespielt. Wir haben auch eine kurze Zeit lang zusammengespielt“, erinnert sich Stoschek, der später für die Dortmunder und TuSEM Essen in der Bundesliga spielen sollte. „Danach haben wir uns viele Jahre nicht gesehhen“, erzählt der Westerholter weiter.

Als Trainer der Jugendmannschaften des TV Brechten (Bekston) und des OSC (Stoschek) sah man sich dann wieder regelmäßig.

Ihre Spieler müssen die beiden ebenfalls nicht zusätzlich motivieren. „Sie sind absolut heiß auf das Spiel“, erklärt Bekston. „Ich hatte die Befürchtung, dass sie vor dem Schwitten-Spiel nur an den OSC denken und sie ihre Hausaufgaben nicht machen würden.“ Was sich bekanntlich als weitestgehend unbegründet herausstellen sollte.

Thorsten Stoschek

Dass beide Mannschaften – Westerholt als Tabellenführer, der OSC als Dritter -- punktgleich mit der zweitplatzierten Borussia Höchsten, eine bisher so starke Saison hinlegen, kommt für den 49-jährigen Stoschek nicht unerwartet. „Ich kenne ja meine Mannschaft, und Westerholt hat sich mit Christopher Klasmann verstärkt. Der hat 200 Feldtore in der Oberliga geworfen. Das ist schon ein Wort. Er ist auch eine gute Ergänzung zu Philipp Jacob auf der Mitte. Wir sind von den Punkten her im Soll und haben es selber in der Hand, die Liga bis Mitte Mai spannend zu halten. So ähnlich hatte ich es mir auch vorgestellt.“ Ohne Zweifel setzt auch die halbe Liga ihre Hoffnung in die Dortmunder. Wie Höchsten oder Gevelsberg, das fast schon aus dem Rennen schien und mit einem OSC-Sieg wieder eine kleine Chance hätte. Stoschek: „Sie spielen auch noch gegen alle Konkurrenten. Westerholt hat noch ein ganz schönes Programm vor der Brust. Sie sind noch nicht durch. Egal, wie das Spiel ausgeht.“

Das sieht auch Bekston so. „Wenn wir gewinnen, ist das noch kein großer Schritt. Wir wollen locker reingehen und Spaß an der Kulisse haben.“ Denn für die ist gesorgt. „Ich schätze, dass bis zu 200 Westerholter mitfahren. Das wird ein richtiges Fest. Ich bin absolut stolz darauf, dass der SV Westerholt in der Verbandsliga für so viel Furore sorgt. Toll, dass der Verein und die Fans so etwas hinbekommen.“ Stoschek fühlt sich aufgrund des Zuschauerzuspruchs an eine erfolgreichere Phase seines Klubs erinnert. „550 Leute haben Platz bei uns. Zu Regionalliga-Zeiten standen die Leute sogar im Geräteraum. Es wird rappelvoll. Gute Stimmung, es wird bestimmt schnell hitzig und ein enges Spiel. Das haben sich die Spieler beider Mannschaften verdient. Es ist eine Honorierung der erbrachten Leistung.“

Sportlich ist wie immer gegen den OSC die aggressive 3:2:1-Deckung ein Thema. Stoschek: „Damit habe ich es immer gehalten. In der Bundesliga sind 40 Tore auch nicht mehr die Regel. Eine gute Abwehr kann immer eine schlechte Angriffsleistung rausreißen. Der Angriff gewinnt Spiele, die Abwehr Meisterschaften. Zumindest in der Regel. “

Stefan Müßner

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