FC 96 droht der Ruin
16.10.2009 | 20:06 Uhr 2009-10-16T20:06:00+0200„Den haben damals sechs blöde FC 96er blauäugig und in die Hoffnung auf eine erfolgreiche sportliche Zukunft in der NRW-Liga unterschrieben." Jürgen Siedelhofer (FC 96) zum „Knebelvertrag" mit dem früheren FC-Partner und Spielervermittler Necet Tanis.
Recklinghausen. Das Damoklesschwert „Insolvenz” als Folge der Rückzahlung von Gelder, die der Spielvermittler Necdet Tanis im vergangenen Jahr in den Fußball-Westfalenligisten FC 96 Recklinghausen pumpte, schwebt immer noch über dem Verein. Daran änderte auch ein erster Gütetermin vor dem Bochumer Landgericht nichts. Tanis pocht auf die Rückzahlung der kompletten 50 000 Euro, die er dem FC als zinsloses Darlehen in Folge der sportlichen Kooperation zwischen dem Spielervermittler und dem Westfalenligisten zur Verfügung stellte. 20 000 Euro wurden zurückgezahlt. Daher ging es vor dem Landgericht um die noch ausstehenden 30 000 Euro.
Verhandlung vor dem Landgericht
Allerdings sieht FC-Chef Jürgen Siedelhofer die Forderungen in einem deutlich geringerem Rahmen. „Wir gehen von einer Restforderung in Höhe von 17800 Euro aus, da Herr Tanis vor dem Landgericht keine Belege für vorvertragliche Leistungen von 12 200 Euro vorlegen konnte." Eine Einmalzahlung auch über die kleinere Summe würde den FC in die Insolvenz treiben. Siedelhofer: „Gelingt es uns nicht, eine Ratenzahlung zu vereinbaren, geht der Verein in die Insolvenz. Dann bekommt Tanis aber keinen Cent.. Und das weiß er auch.”
So würde es auch im Vertragswerk stehen, das der FC 96 mit dem Spielververmittler abgeschlossen hat. Muss der Verein in Folge der Darlehns-Rückzahlung in die Insolvenz, stünden dem Moerser keine weiteren Zahlungen zu. Da der einstige Kooperationspartner das Vergleichsangebot Höhe von 15 000 Euro, zahlbar in monatlichen Raten von 500 Euro, abgelehnt hat, muss der Vorsitzende Richter Klaus Brünger nun ein Urteil fällen. Mit diesem rechnet Siedelhofer in einigen Wochen. Danach könnten beide Parteien gegen dieses erste Urteil auch noch Einspruch einlegen.
Gescheitert war die Kooperation einst daran, dass der Spielervermittler schon wenigen Wochen nach Vertragsabschluss den Kopf von Trainer Peter Anders forderte, Siedelhofer sich dieser Forderung aber wiedersetzte.
Meisterschaftsspiel in Dortmund
Vor dem Hintergrund der juristischen Auseinandersetzung tritt das Spiel des FC 96 beim ASC Dortmund in den Hintergrund. Dennoch versucht Peter Anders seine Mannschaft gewohnt akribisch auf den Gegner einzustellen. Der ASC gehöre spielerisch zu den stärksten Mannschaften der Liga. Nach holperigem Start ist er wieder in der Erfolgsspur angekommen. Anders: „Wir dürfen uns nicht verstecken, müssen aber von Beginn an das Tempo annehmen und dürfen uns keine leichten Ballverluste erlauben. Gelingt uns das, dann bekommen wir unsere Chance.”

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