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2. Basketball-Bundesliga

Es ist noch alles offen

08.03.2010 | 18:49 Uhr
Es ist noch alles offen

Die Hertener Löwen haben auch nach der Niederlage beim Gipfeltreffen in Würzburg sieben Spieltage vor dem Saisonende noch alle Chancen, Zweiter zu werden und damit ihre Aufstiegs-Chancen zu wahren.

Herten. Alles hing an einem seidenen Faden. Wenige Sekunden vor der Schlusssirene blickten 3000 Augenpaare in der Würzburger s.Oliver-Arena gebannt aufs Spielfeld, wo Vincent Kittmann nur um Haaresbreite einen Einwurf der Baskets verpasste. „Hätte er den Ball bekommen, wäre das Feld vor ihm frei gewesen”, sinnierte Boris Kaminski über die letzte von vielen Schlüsselszenen im Spitzenspiel der 2. Basketball-Bundesliga Pro B zwischen den Würburgs Baskets und seinen Hertener Löwen (67:65). Anders als beim Sieg in Nürnberg oder der Niederlage gegen Rhöndorf sollte es keine Wendung mehr auf der Zielgeraden geben. Würzburg gewann das Gipfeltreffen, zog in der Tabelle vorbei und hat als Zweiter im Kampf um die Aufstiegsplätze gemeinsam mit Tabellenführer Rhöndorf sieben Spieltage vor dem Saisonende die besten Karten.

Ahmad Smith (1) war auch in Würzburg einmal mehr der große Antreiber bei den Löwen. Foto: Julia Philipp

„Entschieden ist aber noch nichts”, gibt sich Löwen-Trainer Kaminski kämpferisch. „Wir wollen natürlich noch versuchen, Zweiter zu werden. Und aus meiner Sicht ist auch Rhöndorf noch nicht durch.” Allerdings gelte es für sein Team, nicht nur noch vorne, sondern auch nach hinten zu schauen, wo Ehingen und auch Nürnberg sich noch Hoffnungen auf Platz zwei machen. Womöglich werden die Aufstiegsplätze erst am letzten Spieltag vergeben.

Info
Ein Rennen Kopf an Kopf

An Spannung kaum zu überbieten ist der Kampf um Platz zwei in der 2. Bundesliga Pro B.

 Sportlich erhält auch der Vize-Meister das Aufstiegsrecht zur Pro A, weshalb Platz zwei hinter dem designierten Meister Rhöndorf so begehrt ist. Vier Klubs können sich noch Hoffnungen machen, drei davon haben besonders gute Karten: Würzburg als Zweiter, Herten als Dritter und Ehingen als Vierter. Ein Blick auf die Ausgangslage und das Restprogramm lässt vermuten, dass es am Ende eine Millimenterentscheidung sein könnte. Alle drei haben ein ähnliches Restprogramm mit ähnlicher Bilanz aus der Hinrunde. Die Schlüsselspiele aus Sicht der Hertener Löwen steigen vermutlich gegen den Mitkonkurrenten Ehingen, die starken Herzöge Wolfenbüttel und am letzten Spieltag beim möglichen Meister Rhöndorf. Gegen alle drei Teams unterlag die Mannschaft von Boris Kaminski in der Hinrunde. Der Coach: „Wir haben aber auch ansonsten kein einfaches Programm.”

In Würzburg entschieden zwei Faktoren über Sieg und Niederlage: die tiefere Bank und die Dominanz der Heimfünf unter den Körben. Sie erzielten 32 Punkten in der Zone, Herten nur zehn. Außerdem sprach die Rebound-Bilanz für die Baskets (38:29). „Unsere viele zweiten Chancen waren entscheidend für den Sieg”, sagte Baskets-Trainer Marcel Schröder.

Ähnlich sah es Trainer-Kollege Kaminski. Aber: „Ich kann meinen großen Leuten keinen Vorwurf machen, sie haben alles gegeben.” Die Partie sei gerade unter den Körben hart gewesen, aber jederzeit fair geblieben. Wie überhaupt die Stimmung auf dem Feld und in der Halle außerordentlich gut gewesen sei. „Vor 3000 Zuschauern zu spielen, ist etwas besonderes.” Begrü´ßt wurden die Löwen geradezu herzlich. Als sie aus dem Bus stiegen, wurden sie empfangen mit einem Banner, auf dem stand: Hallo Herten, willkommen in der rot-weißen Hölle.

Die sollte es sportlich tatsächlich auch werden. Während sich die deutlich kleinere, aber enthusiastisch anfeuernde Anhängerschar der Löwen bemühte, der Würzburger Übermacht Paroli zu bieten, tat sich Ähnliches auf dem Feld. „Herten war hervorragend auf uns eingestellt”, lobte der Gastgeber die Arbeit von Boris Kaminski, dessen Jungs bis zur Pause mit großer taktischer Disziplin alle Systeme der Heimfünf im Keim erstickten und ihrerseits vor allem aus der Distanz zum Erfolg kamen. Bis zu 16 Punkten betrug der Vorsprung bisweilen.

Dass es nach dem Wechsel nicht so weiter gehen würde, war zu erwarten. „Wenn man ehrlich ist, dann ist Würzburg auf nahezu jeder Position besser besetzt”, sagt der Löwen-Trainer. Ein Umstand, der sich dann auswirke, wenn die Rolle einzelner Akteure noch mehr Gewicht bekämen, weil Systems nicht funktionieren.

Und doch hätte das Spiel beinahe noch eine Wendung bekommen. Bei einem Acht-Punkte-Rückstand gingen die Löwen fast volles Risiko. Auf Sicherheit hätten sie agiert, wenn der Rückstand zehn Zähler betragen hätte. Dann wäre die Gefahr zu groß geworden, den direkten Vergleich zu verlieren, der angesichts des 77:65-Hinspielsieg bei Punktgleichheit für die Löwen sprechen würde. Keine Rolle spielt, dass diese aus dem Weißenhorn-Spiel einen Zähler abegzogenen bekommen haben. Die Entscheidung ist keine sogenannte Sternchen-Wertung, die sich bei Punktgleichheit negativ auswirken würde. Wie sagte Boris Kaminski: Noch ist alles offen.

Andreas Rorowski

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