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Es ist hart, es tut weh, es ist schwierig

10.02.2012 | 16:50 Uhr
Es ist hart, es tut weh, es ist schwierig

Recklinghausen. Die 4x400-Meter-Staffel des Recklinghäuser LC, bestehend aus Kerstin Hlinski, Franziska Engbert, Carolin Oenning und Anna Albers, hat mit 25 Prozent der Stimmen die Vest-Sportlerwahl des Jahres 2011 gewonnen. Das Quartett, das im vergangenen Juli Monatssieger der Sportlerwahl war, war bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft in Kassel überraschend auf den vierten Platz gelaufen. Zweiter der Wahl wurden die Handballer von Verbandsliga-Tabellenführer SV Westerholt mit 21 Prozent.

Die Geschichte der Staffel ist einem der vielen Sportfilme wie Rocky oder Feld der Träume gar nicht mal so unähnlich. Und Trainer Ludger Zander weiß sie zu erzählen. „Das war schon eine doppelte Überraschung“, beginnt er. „Es ist wie so oft mit Staffeln. Sie ist aus dem Nichts entstanden.“ Vier Läuferinnen wussten wohl noch nicht, was ihnen schwante, als ihnen ihr Coach die Idee vorstellte. 4x400 Meter. Die 400 Meter waren einst seine Disziplin, da fängt er mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Begeisterung an zu philosophieren. „Die 400 Meter zu laufen ist nicht unbedingt der Traum jedes Läufers. Es ist kein Selbstläufer, gerade Mädchen haben davor ziemlich Respekt. Es ist hart, es tut weh, es ist schwierig. Aber Erfolge stellen sich auch sehr schnell ein.“ Er muss überzeugend gewesen sein, denn Hlinski, Engbert, Oenning, Albers und die später verletzte Ersatzläuferin Luise Möllhoff willigten ein. Es folgten mühsame Einheiten rund um das Tempolauf-Programm. Zander: „Die Mädels haben mich sicher nicht gleich auf Händen durchs Stadion getragen. Das ist kein Lauf, bei dem man nachher lächelnd auf der Tribüne sitzt. Sondern einer, bei dem man nachher dem Reporter auf das Mikrofon kotzt.“

Trotz aller Vorbereitung spürte Zander Zweifel. Noch vor den Deutschen Meisterschaften ließ er die Staffel alleine im Stadion 4x300 Meter laufen. „Und das war gar nichts.“ Zu seiner Überraschung lieferte das Quartett bei den Titelkämpfen dann einen Vorlauf ab, der es in sich hatte. Und mit einer Zeit von 3:55,52 Minuten unterboten sie nicht nur Zanders Vorgabe von vier Minuten, sondern auch ihre bisherige Bestmarke um mehr als vier Sekunden. Hinter den Staffeln aus Chemnitz, Dresden und Herkenrath wurde es dann im Endlauf Platz vier. „Dieser Endlauf war wahrscheinlich der Höhepunkt ihrer Sportler-Laufbahn.“ Danach gab es andere Höhepunkte. Wie den Abi-Stress. Die Staffel trennte sich wieder. „Sie sind nie wieder in dieser Zusammensetzung gelaufen.“

Stefan Müßner

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