Es fehlt die Stabilität

Den Sportfreunden Stuckenbusch nach dem 3:7 im Topspiel bei BV Renfort eine Krise anzudichten, wäre sehr weit hergeholt. Allerdings ist die Zahl der Gegentore (18) schon enorm. Was auch Torhüter Kevin van Holt nervt.

Stuckenbusch.. Der Schlussmann des Bezirksligisten kassierte in einem Pflichtspiel noch nie so viele Gegentore. In der Vorsaison war ein 0:6 in Emsdetten dabei. Zudem erinnert sich van Holt an ein Vorbereitungsspiel gegen die Reserve von RW Essen mit neun Gegentoren. "Aber die sieben in Rentfort waren schon sehr heftig", sagt van Holt.

Weil sie sich zu Spielbeginn nicht abgezeichnet hatten: "Das müssen wir besser lösen. Dass wir den Anschluss kassieren, kann passieren. Aber kurz vor der Pause müssen wir abgezockter sein, den Ball auch mal aus der Gefahrenzone dreschen, anstatt alles spielerisch lösen zu wollen", analysiert van Holt.

In Halbzeit zwei fiel der Bezirksligist in sich zusammen. "Jeder Schuss war drin. Ich habe die Entschlossenheit vermisst, dagegenzuhalten. So haben wir völlig verdient verloren", bilanziert der 25-Jährige.

Nun haben die Sportfreunde in Gladbeck die zweite Saisonpleite im zehnten Ligaspiel kassiert, rangieren mit 22 Punkten auf Platz zwei der Bezirksliga und stehen im Halbfinale des Kreispokals. Es war ein erfolgreicher Spätsommer am Leiterchen.

Die Erwartungshaltung ist nach oben geschnellt. Intern bleiben die Sportfreunde nach dem Seuchenjahr und dem Landesliga-Abstieg aber ruhig. "Aktuell bin mit der Situation ich sehr zufrieden. Es hat im Sommer erneut ein Umbruch im Kader gegeben. Aber als Team haben wir uns gefunden. Das Einzige, was uns derzeit fehlt, ist die defensive Stabilität."

Was van Holt an den wechselnden Besetzungen seiner Vorderleute festmacht. Der Torhüter vermisst einen Ruhepol in der Abwehr - wie es beispielsweise Sebastian Berg oder Adnan Mulavdic waren, die den Laden zusammenhielten. "Ich will keinen einzigen meiner Vorderleute kritisieren. Meine Mitspieler können halt nicht die Erfahrung eines 32- oder 33-Jährigen mitbringen." In der Tat, Mirko Eisen (31) ist eher am anderen Ende des Spielfelds zu finden. Nach Christoph Maass (28), Thorsten Bier (27) und Tim Helwig (26) ist van Holt mit 25 schon einer der Alterspräsidenten.

Der Torhüter sieht das nicht als Problem an und wählt eine andere Perspektive: "Diese Mannschaft hat unglaubliches Potenzial." Von der Meisterschaft redet van Holt aber nicht. "Wir wollen oben mitspielen. Das war unser Ziel vor der Saison. Und damit sind wir sehr gut gefahren bisher." Wären da nicht die vielen Gegentreffer.