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Es brodelt mächtig

27.12.2009 | 19:01 Uhr

Die SG Langenbochum und Vestia Disteln - ein wenig ist die Hassliebe zwischen beiden Vereinen auch mit den großen Derbys zwischen Schalke und dem BVB zu vergleichen.

Herten. Auch in Herten versuchten vor dem Finale bei der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft die Verantwortlichen die Wogen zu glätten und beide Teams boten in den Minuten vor dem Finale beim Aufwärmen ein selten friedliches Bild in blau und rot. Doch die verbalen Entgleisungen einiger Fans und Spieler nach dem 3:1-Erfolg der SGL machten deutlich, dass dieses friedliche Bild nicht lange hielt.

Mit dem Anpfiff waren die Emotionen, die Hektik und viele üble Aktionen wieder präsent. Dabei schien zunächst alles auf das mit Spannung erwartete Duell zwischen den Verfechtern des geradlinigen Teamfußballs aus Langenbochum und den Anhängern des kreativen Individualismus aus Disteln hinauszulaufen. Doch spätestens nach dem ersten üblen nicht geahndeten Foul von Sascha Odina an Disteln Binyam Araya war die Hektik da. Vor allem, weil es Schiedsrichter Frank Gettke versäumte, den Spielern früh mit einer Zeitstrafe ihre Grenzen aufzuzeigen. So schaukelten sich die Emotionen weiter hoch. Zudem fiel in diese Phase das 1:0 (2.) für die SG Langenbochum durch Nico Pechlowanis.

Doch statt diese Führung nun sicher runterzuspielen, heizten die SGL-Akteure durch unschöne Aktionen die Stimmung immer weiter an. Klar, dass da die Stimmung auch bei der Vestia immer weiter hochkochten. Und dies alles ohne eine entsprechende Reaktion Gettkes.

Als der nach dem Seitenwechsel seine erste Zeitstrafe gegen Langenbochums Jochen Kalender wegen Ballwegschlagens verhängte, sorgte er mit dieser überzogenen Strafe für nur noch mehr Hektik. Und auch das 2:0 für die SGL durch Odina brachte keine Ruhe rein.

Das Spiel eskalierte nach den wiederum nicht geahndeten harten Fouls von Mike Kühn und Mesut Karabacak an Binyam Araya und Seghan Salli. Ein fassungsloser Vestia-Keeper Marco Magga stürmte übers Feld zum Kampfgericht und beschimpfte dieses, weil sie die Uhr zu spät angehalten haben sollten. Endgültig aus dem Ruder lief Gettke die Partie nach dem doppelten Platzverweis gegen die Distelner Kevin Beierlein (überhartes Foulspiel) und Christian Zimmermann (Meckern).

Die Vestia-Fans waren kaum noch zu bändigen. Vor allem, weil sie die lässige Art der Langenbochumer, diese doppelte Unterzahl bis ganz zum Ende auszuspielen und erst kurz vor deren Ablauf das entscheidende 3:1 durch Odina zu machen, schier auf die Palme brachte.

Auch nach dem Schlusspfiff kam lange keine Ruhe auf und unter den wüsten Schmähungen des Vestia-Anhangs feierten die SGL-Akteure um Trainer Klaus Kostrzewa ihren Erfolg. Kostrzewa: „So ein hässliches Finale hatten diese Titelkämpfe nicht verdient. Aber auch durch die strittigen Schiedsrichterentscheidungen bekam das Spiel eine Dynamik, die einfach nicht mehr zu stoppen war.”

Ähnlich sah es Vestia-Coach Robert Cornelius, der Trainer Holger Flossbach vertrat. „Das hatte mit Fußball wenig zu tun. Der Schiedsrichter hat es verpasst, die Hektik rauszunehmen.”

Dagegen lief das Spiel um Platz sehr eindeutig und geradezu friedfertig ab. Glatt mit 9:1 setzte sich Titelverteidiger DJK Spvgg. Herten durch die Treffer von Carsten Kloiber, André Borkowitz (je 3), Lukas Dzierzega (2) und Pfennigstorf, beim Ehrentreffer durch Pierre Engelken, gegen den SC Herten durch.

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Sven Krause

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