Erleichterung bei den "Blauen"

So schnell kann das im Fußball gehen: Vor dem Spiel gegen den FC Brünninghausen II war orakelt worden, dass der VfB im schlimmsten Fall hätte auf den vorletzten Platz der Bezirksliga 9 abstürzen können. Da gewinnt das Team von Trainer Daniel Kuhn aber mit 2:0 (0:0), und schwups stehen die Blauen plötzlich gar auf einem einstelligen Tabellenplatz dem neunten. Wenngleich das Team aktuell nur drei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt ist.

WALTROP.. Die Erleichterung nach dem Abpfiff war dennoch deutlich spürbar. Zwar hatte der VfB wieder einmal keinen Fußball für die Galerie gezeigt - aber das war an diesem Tag gegen den zu erwartend defensiven Tabellenletzten auch nicht gefordert. Kampf, Wille und hundertprozentiger Einsatz waren die Tugenden, die Daniel Kuhn sehen wollte und auch präsentiert bekam.

Christopher Sprick von Anfang an
In der Aufstellung überraschte eine Personalie: Christopher Sprick spielte von Beginn an - für den etatmäßigen Innenverteidiger und Kapitän Marius Hoffmann, der aber verletzt ist und vor dem Spiel sagte: "Es reicht heute nur für die Bank." Sprick - heute 28 Jahre alt - hatte bis 2008 unter anderem bei der Spvgg. Erkenschwick gespielt. Sechs Jahre musste er verletzungsbedingt pausieren, unterstütze zuletzt die zweite Mannschaft des VfB in der Kreisliga B. Und gestern nun die Rückkehr in die "Erste" des VfB. "Er ist halt ein Typ. Und Typen brauchen wir in unserer Situation", so Kuhn.

VfB im fünften Gang
Dessen Team hatte von Beginn an den fünften Gang eingelegt. Die erste Möglichkeit hatte Oliver Marin, der in der 15. Minute allerdings am Pfosten scheiterte. Dennis Moll (24.) und Johannes Schmitt (30.) hatten in den folgenden Minuten das 1:0 auf dem Schlappen. Sechs Minuten später stand dann erneut "Oldie" Marin im Fokus: Einen Freistoß setzte er nur wenige Zentimeter am langen Pfosten vorbei. Zunächst war es die FC-Mauer, dann noch der gesamte Abwehrverband, der bei diesem Standard verdammt schlecht aussah. Chance Brünninghausen bis dahin? Fehlanzeige.
Erst Sekunden vor der Halbzeit bediente Maurice Schumann Teamkollegen Christoph Pabst, der vergab.
"In der Pause konnte ich meinen Jungs nicht sagen, was sie in der zweiten Halbzeit besser machen sollen. Es fehlte halt nur das Tor", so Kuhn.

Gordin Ewang erlöst die "Blauen"
Olli Marin und Dennis Moll wollten ihrem "Chef" drei Minuten nach Wiederanpfiff den Gefallen tun, vergaben jedoch beide. In der 54. Minute dann die erlösende Führung: Gordin Ewang war der umjubelte Schütze. Doch die Entstehung des Tores passt zur aktuellen Situation des VfB. Irgendwie wurschtelte der Offensivmann das Leder über die Linie. Wie genau, wusste am Ende niemand mehr. "Hauptsache drin. Den hat er reingelogen", so Kuhn.
Der VfB blieb in dieser niveauarmen Partie das bessere Team. Kuhn wechselte doppelt, brachte Benjamin Appiah für Johannes Schmitt und Hoffmann für Sprick (67.). 17 Minuten später sollte Jens Randermann (für Gordin Ewang ins Spiel gekommen) noch einmal für die Belebung sorgen der Offensive sorgen.
Am Ende war es David Krück, der den Sieg sicherte. Er legte sich den Ball zum Freistoß hin. Zuvor hatte Philipp Kamrath Gelb-Rot gesehen. Kuhn schrie: "Volles Risiko!" "Wird gemacht, Chef", mag sich Krück gedacht haben und knallte den Ball in den Winkel. "Da hat er Verantwortung übernommen", lobte Kuhn.

VfB: Kossmann - Drögeler, Camara, Sprick (67. Hoffmann), Schmidt, Krück, Moll, Helmig, Schmitt (67. Appiah Agyei), Ewang (84. Randermann), Marin