Eine mühselige heiße Phase
01.02.2012 | 17:13 Uhr 2012-02-01T17:13:00+0100
Oer-Erkenschwick.Die Fußballer der Spvgg. Erkenschwick bereiten sich gerade auf das weitere Rückrundenprogramm in der Westfalenliga vor. Das Ziel ist die Qualifikation für die Oberliga Westfalen in der kommenden Saison. Dieses Ziel hat auch der derzeitige Notvorstand der Spvgg. im Visier. Aus einem ganz anderen Blickwinkel. Notgedrungen.
„Mühselig“ nennt Hermann Silvers (71), im Notvorstand der Vorsitzende der Spvgg., die Planungen für die kommende Saison. Das erscheint kaum zu hoch gegriffen. Bei den Erkenschwickern sind die gängigen Fragen zu beantworten, die sich zum kickenden Personal stellen: Wer bleibt, geht wer, wer soll kommen.
Die heiße Phase, beim Traditionsverein Spvgg. Erkenschwick ist die Betriebstemperatur allerdings noch um einige Grad höher als anderswo. 40 000 Euro fehlen dem Klub, das sei das Minus aus der abgelaufenen NRW-Liga-Saison, sagt Hermann Silvers: „Das ist momentan unser Dilemma, wie vor der vorherigen Saison in der NRW-Liga. Wir sind sportlich erfolgreich, aber die finanziellen Weichen für eine eventuelle Saison in der Oberliga Westfalen sind noch nicht gestellt.“
Der Verein fordert noch Gelder, auf gerichtlichem Wege, von vier Bürgen, die für die abgelaufene Saison ein Schenkungsversprechen abgaben.
Nachdem das Gastspiel von RW Essen nicht die erhofften Einnahmen in die Erkenschwicker Kasse spülte, entschied sich der Notvorstand um Hermann Silvers, die Gelder einzuklagen. Es gehe dabei, sagt Hermann Silvers, „um formelle, nicht um persönliche Dinge“. Die Prozesse laufen noch.
Nicht nur vor Gericht stehen entscheidende Tage an. Hermann Silvers will sich zunächst mit den Mitgliedern des Beirates abstimmen, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Es geht ja nicht um die Weichenstellung für die erste Mannschaft allein. „Unsere Zeit als Notvorstand ist bis zum 30. Juni befristet“, erklärt der Notvorstands-Vorsitzende.
Silvers selbst war als 1. Vorsitzender im Mai 2010 zurückgetreten, weil aus seiner Sicht das Unternehmen NRW-Liga nicht finanzierbar war. Die Spvgg. Erkenschwick stieg ab, kämpft mit den finanziellen Altlasten – dass damals keiner auf seine Warnungen hörte, darüber sei er nicht sauer, sagt Hermann Silvers. „Sauer bin ich nur darüber, dass man den Verein jetzt hängen lassen will.“
Er sei als Jugendleiter Vorsitzender innerhalb des Notvorstandes geworden, „weil wir auch die Verantwortung für 300 Jugendliche in unserem Verein haben“, sagt Silvers. Wegen der angespannten finanziellen Lage hat die Spvgg. vier Jugendmannschaften „im unteren Bereich“ abgemeldet. Die sollen in Zukunft wieder aufgebaut werden. Aber die Weichen müssen gestellt sein.

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