Ein wohlüberlegter Wechsel

Arda Nebi (24) ist überzeugt davon, dass sein Wechsel vom SV Lippstadt 08 zur Spvgg. Erkenschwick der richtige Schritt für ihn ist. Ich habe in meiner Karriere schon so viele falsche Entscheidungen getroffen, sagt der gebürtige Dattelner, der mittlerweile in Recklinghausen wohnt und der schon einmal für den Traditionsverein vom Stimberg spielte.

Oer-erkenschwick.. Aufgewachsen ist der Sohn türkischer Eltern in Datteln. Beim inzwischen aufgelösten Verein SV Vorwärts Datteln-Hagem begann für den talentierten Rechtsfuß die Zeit als Fußballer, die eigentlich in eine Profi-Karriere münden sollte. Der Vereinsname SV Vorwärts war auch für Nebi in den ersten Jahren Programm. Denn es ging für ihn zunächst ständig voran.

In der D-Jugend kickte er für die Spvgg. Erkenschwick, entschloss sich aber schon ein Jahr später zum TSV Marl-Hüls zu wechseln. Schon in der C-Jugend lotste ihn der große BVB nach Dortmund. Hier gab’s dann nach dem ersten B-Jugendjahr aber auch den ersten Rückschlag. Die Borussia hatte keine Verwendung mehr für ihn in ihrer U17-Mannschaft. Die für ihn infrage kommende Position hatten die Verantwortlichen schon vergeben. "Und zwar an Mario Götze. Da war dann für mich kein Platz mehr im Kader", sagt Nebi.
Angebote gab’s zu dem Zeitpunkt natürlich von vielen Vereinen. "Auch die Spvgg. hatte damals wieder Kontakt zu mir aufgenommen", erinnert sich der Wirtschaftsstudent, der an der Ruhr-Universität Bochum zurzeit Management and Economics studiert.

Nebi sondierte die Angebote und entschied sich zum Wechsel nach Münster. Das war 2008. Beim SC Preußen spielte er in der B-Junioren-Bundesliga, später unter Horst Steffen und Uwe Fecht in der U19 beim MSV Duisburg.

Im ersten Seniorenjahr wechselte Nebi zurück nach Münster, bekam beim damaligen Regionalligisten einen Vertrag. Wie schnell es im Fußball jedoch in alle Richtungen gehen kann, musste er in der Domstadt erfahren. Gleich während der ersten Einheit mit den "Profis" passierte, was nicht passieren soll. Nach einem Zweikampf blieb der 1,75 Meter große Mittelfeldspieler mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. "Ich wusste gleich, dass da ’was kaputt gegangen ist", erinnert er sich. Eine Läsion (Teilabriss) des hinteren Kreuzbandes zwang ihn zu einer achtmonatigen Pause.

Aufgeben wollte der Deutsch-Türke aber nicht. Er kämpfte sich heran und war in der Saison 12/13 wieder dran. Die erste Mannschaft der Preußen war mittlerweile in die Dritte Liga aufgestiegen und Nebi hatte berechtigte Hoffnung den angestrebten Profivertrag doch noch zu bekommen. Warum es dann dazu nicht kam, darüber möchte er heute nicht mehr sprechen. "Das ist abgehakt", sagt er enttäuscht.

Für ihn ging’s zunächst bei RW Ahlen und zuletzt eben beim SV Lippstadt 08 weiter. "Der Wechsel nach Lippstadt war aus heutiger Sicht ein Fehler", wie er zugibt. "Ich dachte, Lippstadt hätte eher das Potenzial zum Aufstieg." Das Ende ist bekannt. Nicht der SVL sondern Ahlen spielt in der nächsten Saison in der Regionalliga.

Doch aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Und so hofft Nebi, dass der Aufstieg in die Regionalliga nun eben mit der Spvgg. gelingt. "Erkenschwick war in den vergangenen Jahren so konstant wie keine andere Mannschaft. Mit Magnus Niemöller hat der Klub einen sehr guten Trainer", lobt Nebi, den auch das große Interesse der Fans bei der Präsentation der Neuzugänge beeindruckt hat.

Chefcoach Niemöller sei es auch gewesen, der in den vergangenen Jahren regelmäßig immer mal wieder angefragt hatte, ob er nicht zur Spvgg. kommen wolle. "Und die Gespräche mit ihm haben mich dann vollends überzeugt. Und daher bin ich mir dieses Mal sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben."