Ein Sieg mit Signalwirkung

Die Faszination des Sports, unter anderem des Handballspiels, liegt auch darin, dass binnen kürzester Zeit nicht mehr für möglich gehaltene Comebacks passieren können. Auch das 27:23 (12:15) der PSV II über den VfL Gladbeck II kommt aus dieser Kategorie.

Recklinghausen.. Denn im Prinzip hatte der Landesliga-Aufsteiger über 36 Minuten in diesem Kellerduell sehr viel falsch gemacht. Trainer Michael Brannekämper bemängelte im Vorfeld die verkrampfte Spielweise. Gegen Gladbeck gesellten sich - speziell in Durchgang eins - eklatant große Abwehrlücken, die den VfL II viele einfache Tore gestatteten. So hechelte die PSV stets einem zwei bis drei Tore großen Rückstand hinterher.

Zum Wendepunkt dieses waschechten Kellerduells mutierte zweimal eine Zwei-Minuten-Strafe gegen die PSV-Bank wegen Meckerns. Die Mehrheit rechnete nun beim Stande 14:15 mit enteilenden Gladbeckern. Fehlanzeige. In doppelter Überzahl schlich sich nun der Fehlerteufel ins VfL-Spiel. Brannekämper erkannte ein Muster. "In Bergkamen gab es auch eine doppelte Zeitstrafe gegen die Bank. Da haben wir gewonnen."

Und die PSV kam unerklärlicherweise besser ins Spiel. Zwar vergaben die Nordlichter noch einige freie Würfe und zwei Siebenmeter von Christian Pieper (einer davon durch einen aufreizend lässigen Heber), holten aber gegen völlig ungeordnete Gladbecker Tor um Tor auf: Stefan Pöter erzielte die erste Führung (23:22) seit dem 1:0 durch Hagen Kranz. Und der Hausherr gab vor tosender Kulisse allen voran durch die überragenden Alexander Schriewer (sieben Tore) und Pöter (alle vier Treffer in den Schlussminuten) diesen Vorsprung nicht mehr aus der Hand - 27:23. Ein wichtiger Sieg im Klassenkampf.

Brannekämper notierte: "Wenn wir die Spiele eng halten, haben wir auch gesiegt." Ausschlaggebend für den ersten Heimsieg der laufenden Spielzeit hält der PSV-Coach die bessere Chancenverwertung in der entscheidenden Phase. "Als es drauf ankam, haben wir getroffen."

Und vielleicht erlebt die Halle Nord ein weiteres nicht mehr für möglich gehaltenes Comeback - den Landesliga-Klassenerhalt der Zweiten.