Ein Leichtes
22.02.2012 | 16:26 Uhr 2012-02-22T16:26:00+0100
Herten.Es sind zwei Traditionsvereine. Zwei Erfolgsvereine. Doch dem einem gegenüber, der ERG Iserlohn, war die Zeit etwas gnädiger. Während die Iserlohner noch immer in ganz Rollhockey-Europa einen großen Namen haben, gehören diese Zeiten für Zweitligist RSpvgg. Herten erst mal der Vergangenheit an. Heute (19.30 Uhr, Feige-Halle) sind die Iserlohner zu Gast in Herten. Anlässlich des Achtelfinales im DRIV-Pokal.
„Das ist für uns das leichteste Spiel, das wir je hatten“, erzählt Pressewart Ulrich Sadowski. „Für uns heißt es, möglichst alles zu geben und nicht abgeschossen zu werden bis zum geht-nicht-mehr.“ Selbst gängige Floskeln erstickt er im Keim. „Wir haben keine Chancen und selbst die werden wir nicht nutzen.“
Kein Wort von den Gesetzen des Pokals. Zu groß ist die Lücke geworden, zwischen Groß und Klein. Zwischen Mittelklasse und Nobelkarosse. Sadowski: „Es gibt im Rollhockey eine Mehrklassengesellschaft. Das sieht man doch am besten am RHC Recklinghausen. Die sind einfach zu gut für die 2. Liga, aber zu schlecht für die erste.“
Die Hertener waren einst selbst das Maß aller Dinge. Wurden zwischen 1951 und 1979 neunmal Deutscher Meister. Oder wie es die Vereinschronik ausdrückt: „Der Name unseres Vereins und der Stadt Herten wurde im europäischen Raum wie in Barcelona, Antwerpen, Zürich, Turin, Den Haag zu einem Begriff. Rollhockey in Herten trat somit schon früh als Botschafter für ein geeintes Europa in Erscheinung.“
In der Versenkung ist der Klub heute natürlich keineswegs verschwunden. In der 2. Bundesliga läuft es derzeit aber auch alles andere als gut. Erst ein Sieg gelang der Mannschaft von Spielertrainer Michael Zielinski bisher. Iserlohn bastelte in den vergangenen Jahrzehnten dagegen fleißig an einem ebenfalls beeindruckendem Briefkopf. Sechs Deutsche Meisterschaften und vier Pokalsiege, heute treten sie als Titelverteidiger in der Feige-Halle an. Und als Tabellenführer der 1. Bundesliga. „Ich kenne Iserlohns Trainer. Die spielen nicht nur in der Bundesliga und im Pokal, sondern auch noch im Europapokal. Vielleicht schont er ja seine Leistungsträger setzt seine jungen Spieler ein. Die sind immer noch gut genug, um uns relativ locker zu schlagen. Aber vielleicht gelingt uns ja doch ein Ehrentreffer.“
Seine krasse Außenseiterrolle unterstreicht das junge Hertener Team noch durch die aktuelle Personallage. Sadowski: „Henning Kahl hatte in der letzten Pokalrunde gegen die Moskitos Wuppertal die Rote Karte gesehen. Das war ein spannendes, ruppiges Spiel. Und Michael Zielinski ist angeschlagen.“ Immerhin kann Sascha Müller nach seinem Kniescheibenbruch wieder normal laufen. Auch aufgrund all dieser Widrigkeiten haben die Hertener auf ein ausgefallenes Rahmenprogramm verzichtet. „Wir haben das Spiel schon auf Wunsch Iserlohns verlegt. Vielleicht stimmt sie das ja milde.“

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