Ein harmloses Derby zwischen Hüls und Drewer
15.11.2009 | 19:39 Uhr 2009-11-15T19:39:00+0100Marl. „Für ein Derby ist das viel zu harmlos”, sagte Christos Karaissaridis, Co-Trainer beim Bezirksligisten VfB Hüls II während der Partie gegen den VfL Drewer. Sie endete mit einem 0:0.
Denn allzu viel Leidenschaft, Zweikampfhärte, Emotionen, also alles das, was ein Derby, ein Vergleich zwischen zwei benachbarten Mannschaften ausmacht, gab es auf Kunstrasen im Regen nicht.
Dabei hatte vor allem der VfL Drewer viel vor. Noch immer steht die Elf von Uli Turowski auf einem Abstiegsplatz – und die Hälfte der Saison ist bald rum. Doch trotz einiger Gelegenheiten im ersten Durchgang kam es für die Dreweraner nie zu gefährlichen Situationen. Zu harmlos erschien das Team vor dem Tor von Kingsly Moses, in Marler Fußballkreisen besser bekannt unter seinem Spitznamen „Alex Eto”.
Sein Gegenüber Sven Jürgens hatte mehr zu tun. Die spielerisch überlegenen Hülser prüften den starken Schlussmann vor allem in der ersten Halbzeit mehrfach. Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte der VfB Glück, nicht gleich in Unterzahl zu geraten. Nach einem Zweikampf zwischen Drewers Kapitän Tobias Joswig und Engin Yavuzaslan, der von der NRW-Liga-Elf zur Reserve stieß, gab der Schiedsrichter nur Joswig die gelbe Karte, obwohl der Hülser mit einem Schlag nach hinten eigentlich eine Tätlichkeit begangen hatte. Sehr zum Ärger von Uli Turowski, dem Trainerkollege Henry Schoemaker vom VfB Hüls sofort zustimmte. Nach Spielschluss entschuldigte sich der Übeltäter bei Turowski, die beiden lagen sich wieder versöhnt in den Armen.
Zuvor jedoch gab es einen weiteren Aufreger. Bei einer der wenigen Offensivaktionen der Dreweraner traf Daniel Feldmann per Kopf ins Tor - was jedoch sogleich wegen Foulspiels abgepfiffen wurde. „Da war gar nichts”, schimpfte Uli Turowski, der mit dieser wie mit vielen weiteren unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen in dieser Saison haderte. Zumindest in der Defensive lief es diesmal aber rund, die langen Abwehrrecken ließen nichts mehr zu.
Bitter für die Hülser. Fünf Minuten vor Schluß fasste sich Keeper Moses an den Oberschenkel. Die alte Verletzung meldete sich zurück, weil Schoemaker schon dreimal gewechselt hatte, streifte in der Schlussphase Kim Dobersek das Torwarttrikot über – ohne das Drewer das ausnutzen konnte. „Wie immer haben wir Pech mit dem Schiedsrichter. Aber mit dem einen Punkt kann ich leben”, sagte Uli Turowski nachher.
VfB Hüls II: Moses, Köksal, Wadolny, Dobersek, Köstekci, Bier (80. Zolna), Ahmed, Batmaz (63. Wloch), Acar (52. Theemann), Yavuzaslan, Vasic
VfL Drewer: Jürgens, Muth, Simon, Kuhn, Feldmann (90. Lingner), Drews, Paust (51. Platzer), Hollingsworth, Joswig (78. Juszczak), Marquardt, Kubitza

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