Ein echtes Wimpernschlagfinale

Die Deutschen Sprint-Meisterschaften auf dem Werretalsee hätten auch gut unter dem Namen Waltroper Festspiele laufen können. Denn es waren die Schützlinge von Trainer Andreas Erdtmann, die dieser Veranstaltung ihren Stempel aufdrückten.

ESCHWEGE.. Mit vier Booten trat der RV Waltrop auf der 350 Meter langen Sprintstrecke an. Die sagenhafte Bilanz: dreimal Gold, einmal Bronze. "Es lief wirklich sehr gut für uns", freute sich Andreas Erdtmann im Anschluss. "Die Mädels haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten, und gezeigt, wie gut wir als Verein aufgestellt sind. Ich bin sehr stolz auf sie."

Für den ersten Paukenschlag sorgten Tabea Menzel, Theresa Kampmann, Lara Erdtmann und Franziska Kampmann im Juniorinnen-Doppelvierer A. Das Waltroper Ruder-Quartett setzte sich mit einem Vorsprung von 1,34 Sekunden vor dem Hanauer RC Hassia durch. Der RV Münster kam als Dritter ins Ziel. "Dieses Rennen war noch am deutlichsten", so Erdtmann, der sich noch weitere Male freuen durfte.

Dann ging nämlich der Waltroper Doppelzweier B mit Nele Oberkönig und Lara Wehlend an den Start. Über den Umweg Hoffnungslauf zogen die Waltroperinnen ins Finale ein. "Das war auch ganz gut, dass die noch ein Rennen mehr fahren mussten", resümierte Erdtmann. Das RV-Duo sei nämlich neu zusammengesetzt worden und habe von Rennen zu Rennen immer besser harmoniert.

Im Vergleich zum Vorlauf (1:14,05) konnten sich Oberkönig und Wehlend im Finale (1:11,67) nochmals deutlich steigern und durchfuhren das Ziel hinter dem RC Germania Düsseldorf und RC Möve Grossauheim als Dritte. Erdtmann: "Vorher konnte man nicht genau einschätzen, ob es für sie zu einem Podiumplatz reicht. Lara, eine unserer besten Ruderinnen, hat sich dann aber auch super auf ihre Partnerin eingestellt."

Richtig eng ging es im Rennen der Juniorinnen-Doppelvierer mit Steuerfrau B zu. Das Waltroper Boot mit Lara Wehlend, Nele Oberkönig, Tabea Menzel, Theresa Kampmann und Neele Erdtmann lieferte sich mit dem RV Weser ein Kopf-an-Kop-Rennen. "Nach der Zieleinfahrt wusste keiner so genau, wer gewonnen hatte", berichtete Erdtmann. Also musste das Zielfoto entscheiden. Nach der Auswertung herrschte im Waltroper Lager Riesenjubel. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von 35 Hundertstelsekunden verwiesen die Hebewerk-Städterinnen Weser auf Range zwei. Bronze erkämpfte sich der Crefelder RC. Erdtmann: "Das war ein echtes Wimpernschlagfinale, ein unheimlich spannendes Rennen. Das haben die Mädels auch ruderisch richtig toll gemacht."

Lara Erdtmann und Franziska Kampmann führten den Waltroper Siegeszug im Juniorinnen-Doppelzweier A fort. Auch sie sicherten sich das Finalticket erst im Hoffnungslauf. "Sie fahren am Start nicht so schnell los, machen das dann auf der Strecke gut, was auf einer Sprint-Strecke nicht immer so einfach ist", gab der Trainer zu Protokoll. "Wir haben dann noch Sachen ausprobiert und umgestellt und versucht, noch etwas herauszukitzeln." Und das mit Erfolg: Gegen die bärenstark besetzten Teams von der Hanauer RG und vom Neusser RV setzten sich Erdtmann und Kampmann durch uns holten die dritte Goldmedaille nach Waltrop. "Wir waren nicht unbedingt Favorit. Die Mädels haben sich aber riesig gefreut", so Erdtmann. "Gerade für Lara, die die Junioren altersbedingt nun verlässt, war es ein toller Abschluss."