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Dürfen wir bitten

19.02.2010 | 16:03 Uhr
Dürfen wir bitten

Der VfB Hüls hofft trotz vieler Absagen sein Spiel gegen Arminia Bielefeld II austragen zu können

Marl. Das spannende am Fußball ist die Ungewissheit. Wie geht das Spiel aus? Wer macht die Tore? Momentan rückt das alles allerdings in den Hintergrund. Vor allem eine Frage bewegt die Klubs und Fans. Wird überhaupt gespielt? „Zu 99 Prozent ja”, sagt Horst Darmstädter, der Fußball-Boss des VfB Hüls. Während auch an diesem Sonntag wegen der weiterhin angespannten Wetterlage schon ganze Spieltage in diversen Ligen abgesagt wurden, soll am Badeweiher das NRW-Liga-Spiel gegen Arminia Bielefeld II ausgetragen werden. Der Kunstrasen ist frei von Schnee und die Wetteraussichten für Sonntag sind nicht so schlecht.

Klaus Täuber will unbedingt spielen. Weil die Liste der Nachholspiele und damit die der anstehenden Englischen Wochen nicht länger werden soll, fünf Begegnungen muss der VfB bereits nachholen. Weil seine Elf vor einer Woche im Test beim Regionalligisten VfL Bochum II (1:1) eine ganz starke Leistung ablieferte („Jetzt will ich einen Dreier”). Und weil der VfB-Trainer immer noch vom Hinspiel schwärmt. Damals gewann der VfB an der Bielefelder Rußheide nach einem begeisternden Spiel 4:0 und übernahm vorübergehend die Tabellenführung. „Es gab nichts auszusetzen”, erinnert sich Täuber. „Wirklich nichts.”

Dass er damals schon trotz der phasenweise brillanten Vorstellung seiner Mannschaft und trotz des Spitzenplatzes davon sprach, vorrangig gehe es erst einmal darum, 40 Punkte gegen den Abstieg zu sammeln („Wir haben uns ja nicht großartig verstärkt”), wird im Nachhinein nachvollziehbar. Seit jenem Sonntag Ende August 2009 haben sich beide Mannschaften gegenläufig entwickelt. Der VfB ist von Platz zwei, den er nach dem fünften Spieltag einnahm, auf zehn gefallen und hat in 13 Spielen nur 13 Punkte geholt. Bielefeld, nach der bislang höchsten Saisonniederlage damals Zehnter, ist auf den zweiten Platz geklettert und stellt mittlerweile die Elf mit der zweitbesten Defensive. Die Bilanz: 24 Punkte aus 14 Spielen. Die Arminia ist spürbar im Aufwind und hat seit Ende Oktober nicht mehr verloren, der VfB seitdem dagegen nicht mehr gewonnen.

Das Team hatte in der Vorbereitung auf den Fortgang der Saison die schlechteren Bedingungen. „Ich habe erst am Donnerstag mal wieder das Grün auf dem Platz gesehen”, sagt Täuber. Viele Trainingseinheiten musste seine Mannschaft auf Schnee absolvieren, nicht immer war überhaupt Ballarbeit möglich. Der Coach: „Klar fehlt uns die Praxis. Aber für mich ist vor allem wichtig, dass die Mannschaft in der Lage ist, hohes Tempo zu gehen.”

Zumal er allen Lippenbekenntnissen seines Kollegen Armin Perry zum Trotz, die Arminia werde defensivorientierter zu Werke gehen als im Hinspiel, mit dem typischen Spiel einer Amateurmannschaft rechnet: hohes Tempo, gute Ballbehandlung und Offensivdrang. Genau das könnte dem VfB so passen. Mehr jedenfalls als ein Gegner, der sich in der eigenen Hälfte einigelt, die Räume eng macht und auf Konter lauert.

Vieles spricht dafür, dass Täuber mit der Startelf aus dem Bochum-Spiel beginnt, also mit Michael Planhof und Engin Yavuzaslan als Doppel-Sechs vor der Abwehr. Der wieder genesene David Piorunek kommt erst am Sonntag von einem Lehrgang zurück, Timur Karagülmüz hat Trainingsrückstand und Marc-Andre´ Narewsky ist angeschlagen.

Munter geht es immer zu, wenn der VfB Hüls auf Arminia Bielefeld II trifft; jedenfalls unter der Regie von VfB-Trainer Klaus Täuber. „Beim erstenmal haben wir eine 0:4-Klatsche gekriegt, danach 4:1 zu Hause und in dieser Saison in Bielefeld 4:0 gewonnen. Es spricht also vieles für ein torreiches Spiel”, sagt der VfB-Trainer.

Andreas Rorowski

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