"Dürfen uns nicht ausruhen"

Die Unbespielbarkeit des eigenen Platzes und der Rückzug der Damen drängten die anständige sportliche Leistung der 1. Herren-Mannschaft des VfB Hüls in der Frühjahrsrunde in den Hintergrund.

Marl.. Dabei fällt die Bilanz von Trainer Thorsten Bolz durchaus positiv aus: "Sechs Siege aus acht Spielen haben gezeigt, was für Möglichkeiten in dem jungen Team stecken."
Im Gespräch mit unserer Sportredaktion äußert sich der Coach über die aktuelle Situation bei den Krummstäben vom Badeweiher, zum Beispiel über...

… die Leistung in der Rückrunde: "In der Rückrundentabelle belegen wir Platz drei. Damit ist das gesteckte Saisonziel, ein Platz in der oberen Tabellenhälfte, erreicht worden. Wir dürfen uns nicht darauf ausruhen, sondern müssen versuchen, uns immer weiter zu entwickeln."

… die Rolle der jungen Spieler: "Sie haben direkt den Anschluss gefunden. Beim Spiel in Bielefeld war der Altersschnitt der Truppe bei knapp über 20 Jahren. Trotzdem ist die Mannschaft schon in der Lage, ein souveränes Spiel aufzuziehen. Wir müssen im Defensivbereich noch konstanter werden."

… die Zahl der Gegentore: "Wir haben in 14 Spielen 54 Treffer bekommen. Ein Ergebnis, das eindeutig zu hoch ist. Die Rückrunde stimmt mich da positiv. Da haben wir nur 22 Gegentore kassiert, darunter das 1:9 beim späteren Aufsteiger Dortmunder HG."

… personelle Alternativen: "Gern würde ich beim Training mit einem 16er- oder 18er-Kader arbeiten. Unsere enge Personaldecke zwingt uns in ein Defensiv-Spielsystem. Das möchte ich ändern und offensiver spielen lassen, aber dafür fehlt einfach das Spielermaterial."

… das Handicap, 2014 noch kein Heimspiel bestritten zu haben: "Die Situation ohne eigenen Platz war indiskutabel, aber leider nicht zu ändern. Bereits Wochen vor dem Start der Rückrunde war klar, dass auf unserem Platz nicht gespielt werden kann, und frühzeitig waren die Reparaturarbeiten vom Platzeigentümer genehmigt, trotzdem hat sich zumindest bis zum 3. Juli, dem letzten Trainingstermin vor der Sommerpause, nichts getan. So kann sich jeder eine eigene Meinung zu dem Thema bilden."

… die Folgen des Platzproblems: "Auch wenn wir in den Heimspielen ausweichen mussten, konnten wir drei von vier Spielen gewinnen. Es gibt da einen anderen Gesichtspunkt: Wir haben gegenüber unseren Jugendteams eine Vorbildfunktion zu erfüllen. Der konnten wir nicht nachkommen, weil weder unsere Jugendlichen noch unsere treuen Fans ein Spiel auf unserer Anlage sehen konnten."

… die Vorbereitung auf die neue Saison: "Die Sommerferien machen eine konsequente Vorbereitung nahezu unmöglich. Trotzdem wird trainiert, um nicht ganz rauszukommen. Für den 16. August ist ein Vorbereitungsturnier beim Gladbacher HTC geplant. Da treffen wir auf Mannschaften, die wir vom Ligaalltag nicht kennen."

… die mittelfristige Perspektive: "Wir gehören zu den Vereinen, die auf den Breitensport ausgerichtet sind. Die Ausbildung unserer Jugendspieler besitzt vorrangige Bedeutung. Ich wünsche mir, in einer der nächsten Spielzeiten auf dem Feld oder in der Halle um den Aufstieg mitzuspielen. Dafür müsste aber ein größerer Aufwand betrieben werden."

… Damenhockey im VfB Hüls: "Das ist ein heiße Kiste, an der ich mir lieber im Moment nicht die Hände verbrennen möchte. Die sportliche Leitung der Abteilung versucht alles, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Sie hat meine besten Wünsche, ich bin aber pessimistisch. Betrachtet man jedoch die hervorragende Jugendarbeit im weiblichen Bereich, muss man um die langfristige Zukunft des Damenhockeys keine Angst haben. Spätestens in drei oder vier Jahren müsste diese Arbeit Früchte tragen."

… die Leistungen der Nationalteams bei der WM und Auswirkungen für die Basis: "Sie haben sich gerade nicht mit Ruhm bekleckert in Den Haag. Beim Training und den Spielen hat sich das Abschneiden unserer Nationalmannschaften nicht weiter ausgewirkt. Wenn überhaupt, dann eher positiv, da wir es besser machen und gewinnen wollten. An dieser Stelle verkneife ich mir aber nicht den Kommentar, dass für das schlechte Abschneiden bei der Hockey-WM nicht einzig und allein die Spieler verantwortlich sind. Anstatt auf junge, heiße und frische Spieler zu setzen, wurden die Altstars berufen. Für mich der größte Fehler, der gemacht wurde."