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Tischtennis - 61....

Drei Chancen, zwei Medaillen

27.04.2008 | 19:41 Uhr
Drei Chancen, zwei Medaillen

Robin Malessa verbringt ein langes Wochenende, das aus seiner Sicht gerne noch etwas länger hätte dauern können. Erkenschwicker unterliegt im Achtelfinale der Einzel-Konkurrenz.

Recklinghausen. Er hätte gerne länger mitgemischt. Aber im Achtelfinale der 61. Deutschen Tischtennis-Jugendmeisterschaften in Löhne kam schon das Aus für Robin Malessa. „Ein bisschen enttäuschend ist das schon”, räumt der 17-jährige Oer-Erkenschwicker ein. Überraschend und vor allem überraschend klar in drei Sätzen (6:11, 3:11, 8:11) schied er gegen Minh Tran Le (Post SV Zeulenroda) aus Thüringen sang- und klanglos im Einzel aus. „Für mich ist er ein unangenehmer Gegner, und eigentlich spiele ich nicht gerne gegen ihn. Aber nach dem ersten Tag hatte ich ein gutes Gefühl und war ja auch favorisiert.”

Immerhin klappte zu zweit, was allein nicht gelingen wollte: Malessa drang im Doppel an der Seite von Ricardo Walther (Brühl) und im Mixed gemeinsam mit Marina Fankhauser (Eitfor) bis ins Halbfinale vor. Für einen Platz oben auf dem Treppchen reichte es wegen der Niederlagen in den Vorschlussrunden nicht. Immerhin kehrte der Zweitliga-Spieler der DJK Germania Holthausen mit zwei Bronzemedaillen für die geteilten dritten Plätze zurück, weshalb die Gesamtbilanz aus seiner Sicht nach dem eher frühen Aus im Einzel eher durchwachsen ausfiel. Doppel-Bronze entschädigte für die entgangenen Chance, wie schon bei den Schülern vor zwei Jahren den DM-Titel zu gewinnen.

Mit Ricardo Walther unterlag Malessa im Landes-Vergleich Westfalen gegen Bayern dem Duo Philipp Hoffmann/Philipp Floritz (Paussau/Rosenheim). Mit Marina Fankhauser verpasste er den Einzug ins Endspiel gegen die späteren Deutschen Meister Vu Tran Le (Zeulenroda) und Kathrin Mühlbach (Döbeln). Damit entpuppten sich zwei Vertreter der Familie Tran Le als unüberwindbares Hindernis für den Linkshänder, der das Tischtennisspiel beim TuS 09 Erkenschwicker erlernt hat. Schade. Denn: „In beiden Halbfinalspielen waren wir nicht chancenlos. Leider hat es aber nicht gereicht.” Wie auch im Einzelwettbewerb, der aus Malessas Sicht vielversprechend begann.

Zwar tat er sich in seinem zweiten Gruppenspiel am Samstag gegen Patrick Khazaeli (Thüringen) schwer und verlor die beiden ersten Sätze, setzte sich am Ende dann aber doch durch und zog schließlcih nach drei als Gruppensieger ins Hauptfeld ein. Mehr als das Achtelfinale sollte aber nicht herausspringen.

„Ich war ein bisschen nervös und lag früh hinten”, kommentierte Malessa das 0:3 gegen Minh Tran Le. Der Linkshänder ist nicht gerade ein Lieblingsgegner des Erkenschwickers, der ebenfalls den Schläger in der linken Hand hält. „Es gibt Tage, da trifft er einfach alles. Das war diesmal so, während ich nicht so viel getroffen habe.”

Es war ein langes Wochenende für ihn. Ein verdammt langes. Wobei sich in Löhne für das Tischtennis-Talent mal wieder die Sprachbedeutungen verschoben. Langes Wochenende, das heißt eigentlich von Freitag bis Sonntag frei, Zeit für Muße und um die Seele baumeln zu lassen. Nix da. Für Malessa waren es nicht drei ruhige, sondern zwei hektische Tage mit Arbeit an der Tischtennisplatte bis zum Abwinken. Fünf Begegnung am Samstag, acht dann am Sonntag bis zum frühen Nachmittag. Wobei vor allem das Viertelfinale im Doppel schwierig war. Unmittelbar nachdem er und sein Partner Ricardo Walther im Einzel ausgeschieden waren, mussten sie als Duett an die Platte. Sie lagen zurück, „die Motivation war erst im Keller”, kämpften sich dann aber doch durch und bewiesen Charakter.

Eine Tugend, die womöglich auch in den nächsten Tagen nicht schaden kann. Am Mittwoch reisen beide mit der Junioren-Nationalmannschaft zu den Internationalen Slowakischen Meisterschaften. Ein Turnier, das ähnliches Format wie die DM haben dürfte, das sich aber doch deutlich von den nationalen Titelkämpfen unterscheidet. Malessa: „Bei einer DM kennt man mittlerweile ja jeden und weiß was auf einen zukommt. International ist das anders, darauf muss man sich einstellen.”

Andreas Rorowski

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