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Die neue Nummer eins

15.10.2010 | 15:03 Uhr
Die neue Nummer eins

Recklinghausen.In der 2. Basketball-Bundesliga Pro B sind erst drei Spieltage absolviert. Dennoch gibt es nur noch zwei Teams, die noch nicht verloren haben: Die Hertener Löwen und die Schwelmer Baskets. Das wird sich an diesem Samstag ändern.

Der Erste, die Schwelmer Baskets, spielen beim Zweiten, den Hertener Löwen (19.30 Uhr, Gesamtschule Rosa-Parks). Ein Lack wird den ersten Kratzer bekommen. So sind die Regeln. So ist Basketball. Unentschieden gibt es nicht.

Dass Hertens Trainer Boris Kaminski es schade findet, dass dieses Spiel bereits zu einem so frühen Zeitpunkt der Saison stattfindet, verrät viel darüber, was er von den Schwelmern hält. Der Aufsteiger ist nicht nur glänzend in die Saison gestartet, er hat glänzende Rahmenbedingungen und es scheint, als müsste die Pro B nicht das Ende sein. Diesen Anspruch aber haben die Hertener auch und allein deshalb schieben die Schwelmer die Favoritenrolle weit von sich. Wenn ein Aufsteiger beim Vorjahres-Vizemeister – und da war die 2. Bundesliga Pro B noch nicht zweigeteilt in Nord und Süd – antritt, dann scheinen die Kräfteverhältnisse vollkommen klar.

Kaminski aber ist und bleibt zurückhaltend, lässt sich (noch) nicht darauf ein, dass sein Team gerade in der Vorrunde den Alleinunterhalter mimt und dass es bereits jetzt schon feststehe, dass Herten zumindest das Playoff-Halbfinale erreicht. „Wir gehören sicherlich zu den Top-Fünf unserer Staffel. Aber die Tabelle hat noch keine vernünftige Aussagekraft. Das wir als Zweiter nun gegen den Ersten spielen, ist eine interessante Momentaufnahme, mehr nicht. Man muss jetzt gar nichts konstruieren, nicht den Negativ-Fall annehmen. Aber es ist möglich, dass wir gegen Schwelm verlieren, dann müssen wir nach Wolfenbüttel. Da haben wir noch nie gut ausgesehen. Nach zwei Niederlagen in Folge fangen die Leute dann an zu grübeln und die gute Stimmung ist dahin.“

Dass das passiert, steht aber wohl nicht zu befürchten. Zum einem zeigen gerade Marcus Monk und Blake Schultz, die beiden Importspieler der Hertener, bislang herausragende Leistungen. Marcus Monk liefert mit seiner Effektivität von 94 Prozent den absoluten Top-Wert der Liga. Zum anderen hat Kaminski mit Nic Schulwitz, Christoph Hackenesch, vor allem aber Maik Berger so viel Erfahrung im Team, dass ein Absturz, ein freier Fall gar, unmöglich scheint.

Berger füllt die Rolle, die Kaminski und der Sportliche Leiter Dirk Ewald im zugedacht hatten, vorbildlich aus. In der Vorsaison noch als das Gegenstück zu Ahmad Smith geholt, ist nunmehr Berger der Entscheider, der Ansager, die neue Nummer eins. Monk macht die meisten Punkte, Schultz trifft die meisten Dreier, Berger aber lenkt das Hertener Spiel, erkennt Entwicklungen auf dem Platz, ist der Kompass, der An- und Wortführer. Was er sagt, wird gemacht.

Damit fahren die Hertener bestens. Die Umbaumaßnahme, die Kaminski tätigte, in dem er darauf verzichtete einen starken Importspieler für den Aufbau zu verpflichten, greift, weil Monk und Schultz und Berger Volltreffer sind. Konnte Kaminski das bei Monk und Schultz nur vermuten, konnte er das bei Berger fast schon wissen. Bereits in der vergangenen Saison war Berger einer der Schlüsselspieler. Diesmal hat er eben die Schlüssel selber in der Hand.

Markus Rensinghoff

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