Die Hausaufgaben sind gemacht
11.03.2010 | 16:46 Uhr 2010-03-11T16:46:00+0100
Recklinghausen. Dieser Tage eint Recklinghausens Fußballer und die American Footballer der Recklinghausen Chargers die gleiche Problematik. Beide wollen sich draußen bewegen und trainieren, können das aber nur ganz eingeschränkt tun.
Während für die Fußballer dadurch ständig neue Termine für Nachholspiele hinzukommen, können die Footballer mit der anhaltenden Kälte und gesperrten Plätzen noch halbwegs gelassen umgehen. Ihre Saison, die Saison in der German Football League 2, beginnt erst am 10. April. Das sind noch vier Wochen und bis dahin, das zumindest hofft Dietmar Müller, der Präsident der Chargers, „sind die Plätze wieder bespielbar”.
Den ersten Außen-Test haben die Recklinghäuser für Sonntag, den 21. März, ausgemacht. Im Stadion Hohenhorst soll es dann gegen den Oberligisten Remscheid gehen. Bislang waren die Chargers nur in der Halle aktiv, haben sich in der Wärme fit gemacht für eine Saison, in der es ungemütlich zugehen wird. Zumindest werden die Chargers voraussichtlich diesmal mehr Niederlagen als Siege quittieren. Müller glaubt an eine Zwei-Teilung der Liga. Mönchengladbach, gerade eben erst mit den Chargers aufgestiegen, möchte den Durchmarsch machen, hat wohl auch dazu die finanziellen Möglichkeiten. Düsseldorf ist traditionell stark. Eher für die untere Hälfte in Frage kommen für Müller neben den Chargers noch Lübeck, Magdeburg und Bonn. Ein Absteiger wird gesucht. Natürlich hofft Müller, dass es nicht die Chargers sind.
Er sieht bei seinem Team jedoch zunächst einmal eine gute Basis für den Klassenerhalt gelegt. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.” Der Kader umfasst derzeit mehr als 50 Akteure. „Wenn wir dann in der Saison 45 Spieler haben, die regelmäßig teilnehmen, dann wäre das okay”, sagt Müller, der jedoch genau weiß, dass Quantität alleine nicht ausreicht. Die nötige Qualität kommt bei diesem Sport zumeist aus dem Ausland, im besten Falle aus Amerika. Der Italiener Nicola Scaglia als Spielmacher, Robert Prescott als Defensivspieler, dazu die Verpflichtung eines Akteur, der über den Kontakt zu Dustin Elliot zustande kam. Auch Elliot, in der vergangenen Saison maßgeblich am Aufstieg beteiligt, wird noch eine Option sein. Wenn auch nur für vier Monate und deshalb nicht zum Saisonstart und nicht zum Saisonende. Die komplette Zeit mit dabei wird aber zusätzlich Pepijn Mendonca. Er ist die bislang letzte Verpflichtung der Chargers, die mit Tobias Schmidt und Tim Krüßmann auch zwei deutsche Spieler mit GFL-Erfahrung dazubekommen haben.
Noch sind jedoch nicht alle da. Prescott zum Beispiel kommt erst in der nächsten Woche dazu. Dann weiß er jedoch schon ganz genau, wie die Chargers spielen wollen. Trainer Heiko Czarnotta hat ihm und allen anderen Spielern längst das Playbook, das Buch, in dem die Spielzüge stehen, übermittelt. Dass das für herausragende Spieler wie Prescott ausreicht, um sich rasch einzufinden, wissen sie bei den Chargers spätestens, seitdem zur Mitte der vergangenen Saison mit Charles Lacy ein neuer Spielermacher kurzfristig dazu kam und die Chargers zum Titel führte. Die Tatsache, dass die Chargers seinerzeit so kurzfristig auf den Weggang von Joey Smith reagieren konnten, macht Müller darürber hinaus sehr gelassen. „Da haben wir gezeigt, dass wir auch kurzfristig sehr gut reagieren können.”
Das wird auch am ersten Spieltag nötig sein. Am 10. April geht es zur Saisoneröffnung in der GFL 2 gegen die Lübeck Cougars. Wie die Lübecker aufgestellt sind, wie stark oder schwach, können die Trainer der Chargers und Müller nur vermuten. „Das ist doch wie bei uns. Die können nicht vernünftig draußen trainieren und vermelden auf ihren Seiten im Internet auch nur spärlich Information und Verpflichtungen von Spielern.”

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