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Die große Reise

28.10.2009 | 16:04 Uhr

Recklinghausen. Die Recklinghausen Chargers fahren mit einem Hinspielsieg im Gepäck nach Frankfurt/Oder.

Überwiegend optimistisch gehen die American Footballer der Recklinghausen Chargers in das Relegationsrückspiel bei den Frankfurt/Oder Red Cocks (Samstag, 14 Uhr). Mit einem 20:6-Erfolg aus dem Hinspiel im Rücken sollte der Vorsprung der Chargers eigentlich für den Aufstieg in die 2. Liga ausreichen.

Das meint zumindest Cheftrainer Heiko Czarnotta. „So einen Vorsprung kann man verteidigen.” Auf dem bereits Erreichten wollen sich die Recklinghäuser allerdings keineswegs ausruhen. Schließlich seien die Frankfurter „ein sehr kompaktes und eingespieltes Team.” Zu den Pluspunkten des Gegners zählt Czarnotta auch Trainer Andreas Reichel. „Er ist seit Jahrzehnten auch Trainer von Auswahlteams. Seine Mannschaft wird er gut einstellen und ihr sein reiches Wissen vermitteln.”

Heiko Czarnotta Foto: Nikos Kimerlis

Sehr zufrieden äußerte sich der Head Coach der Chargers über den Leistungsstand seines Teams. „Charles Lacy ist gut drauf, Dustin Elliot ist gut in Form und Johannes Samson ist wieder fit. Deshalb gehen wir optimistisch ins Spiel. Wir brauchen eine stabile Offense-Line. Im Hinspiel hatten wir mit dem Druck der Frankfurter Defensive Probleme. Da musste Charles Lacy öfter einen langen Schuh machen.” Fehlen wird Christian Henrich, der am Rande des Hinspiels seine Spielerkarriere beendet hatte. Er wird am Wochenende in seiner Tätigkeit als Schiedsrichter an einem A-Lehrgang teilnehmen.

Damit auf dem Platz alles reibungslos abläuft, steht derzeit noch die Vorbereitung, vor allem aus organisatorischer Sicht, mit im Vordergrund. Eigens für das Rückspiel wird von Chargers-Fanclub „Burgundy Heat” eine Fan-Tour nach Frankfurt möglich gemacht. Eine Aktion, die Czarnotta in dieser Form lange nicht mehr erlebt hat. „Das ist jetzt erst das zweite Mal, das wir so einen große Fanreise machen. Das erste Mal war 1986 zum Entscheidungsspiel in Hannover.”

Möglich sei das Ganze nur, weil der Sport American Football auch in Europa und dabei insbesondere Deutschland über die Jahre an Sympathie deutlich zugelegt habe. Bestes Beispiel dafür sei der Fanclub selbst. „Sie haben ursprünglich Rhein Fire unterstützt. Nach dem Ende der NFL Europa haben sie immer noch Spaß am Sport gehabt und sich deshalb einen neuen Verein gesucht.” Der Klub ist also ein neuer, der Name des Fanclubs, angelehnt an die Trikotfarbe der Düsseldorfer, blieb. Übrigens werden die Chargers bereits am Freitag in Frankfurt vorstellig werden. „Das machen wir bewusst nicht genau so wie die Red Cocks, die erst um zwei Uhr in der Nacht losgefahren sind und dadurch auch wie gerädert auf dem Platz standen.”

Während die Chargers noch lange nicht durch sind, steht mit den Mönchengladbach Mavericks bereits ein Aufsteiger fest. Sie setzten sich gegen Hamburg durch, auch weil sie sich enorm verstärkten. Czarnotta: „Die haben zwölf Mann, darunter Patrick Venske, extra für die Relegation geholt. Neu ist auch ein amerikanischer Quarterback. Der ist um die zwei Meter groß und ist nur knapp im Trainingscamp der Detroit Lions gescheitert.”

Die Zeichen für einen Aufstieg stehen für die Chargers auf jeden Fall günstig wie nie. Entscheidend ist dabei der Zeitpunkt. In der nächsten Saison wird es nämlich einen neuen Modus geben, „Wahrscheinlich werden nur die drei Ersten um den Aufstieg spielen. Steigen wir jetzt auf, würden nächste Saison sechs NRW-Teams in der 2. Liga spielen. Da kann man mit der S-Bahn zu den meisten Spielen fahren. Das wäre natürlich auch aus Kostengründen eine gute Sache.”

Stefan Müßner

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