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Die Chargers schwitzen schon wieder

30.11.2009 | 13:47 Uhr

Recklinghausen. Die große Aufstiegsfeier ist noch keine zwei Monate her, die nächste Saison beginnt erst im Mai oder Juni 2010. Doch Füße hochlegen und sich im Glanze des Aufstiegs in die 2. American Football-Bundesliga sonnen – das gibt es nicht bei den Recklinghausen Chargers.

Diese schweißtreibende Erkenntnis mussten jetzt 25 aktuelle und zukünftige Spieler machen.

Bunt gemischt präsentierten sich die Akteure, die bereit waren sich den Anforderungen der von Chefcoach Heiko Czarnotta zusammengestellten Leistungstests zu stellen. Neben vielen etablierten Chargers-Akteuren wie Payman Dalili oder Thomas Icking war auch ein gutes Dutzend an potenziellen neuen Spielern mit dabei. Doch Extrawürste gab es keine. Gleich beim Warmmachen unter der Leitung von Dalili floss der Schweiß in Strömen. Eines machte Czarnotta jedem klar: „Wir können nur in der 2. Bundesliga bestehen, wenn wir körperlich top-fit sind. Das bedeutet auch, dass jeder Spieler eigenverantwortlich an seiner Fitness zu arbeiten hat.”

Heiko Czarnotta, Trainer der Recklinghausen Chargers beim Sichtungstraining in der Sauerbruch-Sporthalle in Recklinghausen. Foto: Reiner Kruse WAZ FotoPool

Nicht nur die Fragen nach der Schnelligkeit, der Kraft und der Ausdauerfähigkeit beschäftigen den Cheftrainer. Mit seinen Gedanken war er teilweise schon am kommenden Wochenende, wenn sich im Rahmen des Try-outs in der Sauerbruchhalle mit Quarterback Nicola Scaglia die erste mögliche Top-Verstärkung für die kommende Saison vorstellt. „Er hat zuletzt als einziger Italiener in deren sehr starken ersten Liga als Starting-Quarterback gespielt. Das alleine spricht schon für ein enormes Potenzial. Klar, dass er sich jetzt bei vielen anderen Teams vorstellt, um seinen Wert zu testen.” Fast noch mehr als auf eine Verpflichtung Scaglia hofft Czarnotta auf einen weiteren Mann aus Italien. „Er war Teamkollege von Scaglia in Bologna und hat es als Running Back ins Trainings-Camp der Cincinatti Bengals geschafft. Eigentlich ist der Mann für uns nicht zu bezahlen. Aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben.”

Anhand der spielerischen Qualitäten, die das italienische Duo mitbringen würde wird klar, worauf es Czarnotta bei den Neuen ankommt. „Sie sollen uns verstärken, also als potenzielle Leistungsträger unserem Team weiterhelfen.” So gelte es vor allem ein, zwei schwergewichtige Männer für die Defense Line (vorderste Verteidigungsreihe) zu finden. „Da hatten wir vergangene Saison Probleme und die dürfen wir uns in der kommenden Spielzeit nicht erlauben. Wir suchen aber auch hier nach echten Verstärkungen.”

Für die Masse, für die Positionen hinter den ersten elf Mann in Offensive und der Defensive können die Chargers inzwischen auf viele junge Spieler aus den eigenen Reihen, aber vor allem auch aus dem näheren Umfeld bauen wie Czarnotta sagt. „Auf diese Entwicklung sind wir stolz und sie soll auch zu einem wichtigen Baustein für die Zukunft werden. Wir wollen jungen Spielern den Weg in die 2. Bundesliga ermöglichen, sie aufbauen und ihnen vielleicht auch den Weg in die 1. Liga ebnen. So ein wenig wie die Hertener Löwen es im Basketball vormachen.”

Einer, der diesen Sprung bereits in der kommenden Saison schaffen könnte ist Kay Jasper. Der Strong Safety (freier Verteidigungsspieler) kommt aus der eigenen Jugend und hat bereits in den beiden Relegationsspielen gegen Frankfurt/Oder sein enormes Potenzial nachgewiesen. „Er bringt alles mit, um auch in der 2. Liga als Stammspieler aufzulaufen”, sagt Czarnotta. „Nur von diesen Typen brauchen wir noch mehr.” Damit die Chargers einen Mann wie Scaglia nicht mehr einkaufen müssen, sondern ihn in ihren eigenen Reihen haben.

Das aber ist genau wie das erste Saisonspiel im kommenden Jahr noch Zukunftsmusik. Aktuell heißt es schwitzen, schwitzen und nochmals schwitzen für einen Platz im Team. Nach der Saison ist vor der Saison.

Sven Krause

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