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Handball: Verbandsliga

Die 15 Minuten-Glanznummer

12.02.2012 | 16:31 Uhr
Die 15 Minuten-Glanznummer
Marius Leibner (r.) Bild : Gerhard Schypulla WAZ/ FotoPool

Dortmund.Christopher Klasmann sah verloren und einsam aus, wie er da über den Schwingboden der Sporthalle Hacheney schritt. Sein Blick ging ins Leere. Mit dem SV Westerholt hatte er gerade das Spitzenspiel der Handball-Verbandsliga beim OSC Dortmund verloren, mit 29:32. Ein Spiel, in dem Westerholt zunächst hinterherlief, es dann schaffte, nicht nur gleich-, sondern auch vorbeizuziehen, um am Ende doch einer Dortmunder Jubeltraube beim Feiern zuzuschauen.

Nicht nur Klasmann wird sich an diesem Abend gefragt haben, was für ein Film da gerade eigentlich für die Westerholter abgelaufen war.

Es war ja eine echte Glanznummer gewesen, die der SV Westerholt da in der zweiten Halbzeit in Dortmund hingelegt hatte.

Zwischenzeitlich.

Einen Rückstand aus der ersten Halbzeit hatte der Tabellenführer der Handball-Verbandsliga aufgeholt, ab dem 16:19 trat Andre Bekston dreimal innerhalb kurzer Zeit zum Siebenmeter an und dreimal traf Bekston von der Marke, beim dritten Mal zum 20:20-Ausgleich. Andre Bekstons sichere Siebenmetertreffer standen offenbar für die Westerholter Nervenstärke im Spitzenspiel beim direkten Verfolger vor gut 600 Zuschauern. Als der SVW dann auch noch durch das Tor von Michael Brinker mit vier Treffern führte, 25:21 nach 45 Minuten, da schien die Begegnung auf die Westerholter Schiene gesetzt. Aber kurz danach war es aus mit der Nervenstärke, der Sicherheit der Gäste.

Oder aber die Dortmunder fanden ihre wieder zurück, die sie anfangs gezeigt hatten. Mit 17:14 führten sie zur Halbzeit, aber vorher waren sie schon auf sechs Tore weg gewesen (11:5, 14:8). Da suchten die Westerholter immer noch ihre Rolle in diesem Spitzenspiel. Vor allem für die Abwehr – die Torhüter Jörn Maiß und Fabian Hess eingeschlossen – lief nichts drehbuchgerecht.

Immerhin verkürzte der Tabellenführer den Rückstand dann auf drei Tore zur Pause, und danach begann dann für die Westerholter Spieler — den wieder eingewechselten Torhüter Jörn Maiss eingeschlossen – die 15-minütige Glanznummer.

Warum sie ab dem Stand von 26:22 für Westerholt endete, Westerholts Trainer Uwe Bekston hatte keine genaue Erklärung dafür, konnte nur feststellen: „Es ist die Summe vieler Kleinigkeiten. Wir haben es nicht geschafft, unser Spiel bis zum Ende durchzuziehen. Wir haben im Angriff ab der 45. Minute nicht mehr strukturiert gespielt, einige Bälle verloren, unkonzentriert an den Kreis gespielt.“

So waren es dann wiederum die Dortmunder, die sich von der allgemeinen Stimmung und der ihrer Fans im Besonderen durch das Spiel tragen ließen. Westerholt verlor vorzeitig Torhüter Jörn Maiß durch die Rote Karte, nachdem er, herausgelaufen, den Dortmunder Florin Edeling bei dessen Tempogegenstoß gefoult hatte – und schließlich auch das Spiel.

Als noch im alten Jahr der SV Westerholt gerade die Tabellenführung übernommen hatte, da hatte Bekston noch gesagt: Alles gut und schön, aber es gehe vorrangig immer noch darum, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Das Spiel könnte eine Bestätigung für diese Einschätzung sein: „Man hat in diesem Spiel gesehen, dass wir als Mannschaft noch stabiler werden müssen.“

Eine Viertelstunde Glanznummer, das war in einem Spiel wie diesem eindeutig zu wenig.

Stephan Falk

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