Dicke Luft
17.10.2008 | 22:45 Uhr 2008-10-17T22:45:00+0200Die erst unlängst besiegelte, auf fünf Jahre angelegte Zusammenarbeit des FC 96 Recklinghausen mit Spielerberater Necdet Tanis gerät offenbar bereits mächtig ins Wanken
Recklinghausen. Vertraglich angelegt ist sie auf fünf Jahre. Aber nur wenige Wochen nach dem Beginn der Zusammenarbeit zwischen Fußball-Westfalenligist FC 96 Recklinghausen und dem Spielerberater Necdet Tanis (Moers) gibt es offenkundig mächtig Spannungen zwischen beiden Parteien. Gerüchte machen die Runde, der FC 96 wolle sich aus dem Vertrag herauskaufen. Tanis hatte eine fünfstellige Summe für die laufende Saison zur Verfügung gestellt. Damals sagte FC-Vorsitzender Jürgen Siedelhofer, jetzt müsse man sich keine Gedanken mehr über den Etat der Saison 08/09 machen.
Konfrontiert mit den Gerüchten, die schon weit über den Einzugsbereich des Stadions Hohenhorst hinausgehen, gibt er sich nun zugeknöpfter: „Kein Kommentar”, sagt Siedelhofer, der mit den gleichen dürren Worten Fragen nach Differenzen zwischen Verein und Sponsor oder nach der Fortsetzung der vertraglich vereinbarten Zusammenarbeit mit Tanis beantwortete. Auch der Spielerberater wollte nichts von einem gespannten Verhältnis wissen, sagt aber: „Die Fronten müssen geklärt werden. Beide Seiten haben einen Vertrag unterschrieben. Ich bin meinen Verpflichtungen nachgekommen. Das erwarte ich auch von der anderen Seite.” Näher mochte er sich darüber nicht auslassen. Nur soviel: Der FC habe nun Zeit, sich im Vorstand darüber im Klaren zu werden.
Erste Probleme waren bereits kurz nach der Vertragsungterzeichnung vor vier Wochen zu Tage getreten. Trainer Peter Anders äußerte seinen Unmut darüber, dass immer wieder neue Spieler beim Training auftauchten und an einen geordneten Trainings- und Vorbereitungsbetrieb nicht zu denken war, sportlich lief es alles andere als rund. Es gab klärende Gespräche, Club-Chef Siedelhofer räumte ein: „Das ist alles etwas zu schnell auf uns eingestürzt.” Aber offenbar gibt es noch keinen wirklichen Konsens zwischen beiden Seiten. Seitens des Vereins wird auch mit Argwohn beäugt, dass sich Tanis ins Tagesgeschäft einmischt.
Die Ambitionen der Betreibergesellschaft FC 96 Recklinghausen, die eigentlich gegründet werden sollte, waren groß. Der FC sollte mittelfristig in die Regionalliga (Siedelhofer) oder sogar in die 3. Liga (Tanis) gehievt werden, das Stadion Hohenhorst nicht zuletzt mit privaten Mitteln schmucker gemacht und womöglich sogar noch eine großzügige Geschäftsstelle unmittelbar vor dem Stadion gebaut werden. Necdet Tanis wiederum sieht seine Erfolgsaussichten für das Projekt insbesondere darin, dem deutschen Fußballmarkt immer wieder Spieler aus dem Ausland anbieten zu können, die im Umfeld des erweiteren Profibereichs trainieren und spielen.

20:46
Wenn es mal nicht soweit kommt, dass sich der FC 96 umbennen muß
20:10
Spitzenmässig. Geschichten wie Sie noch nicht einmal imm Märchen vorkommen.