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Fußball - NRW-Liga

Der Zaun des Anstoßes

29.11.2009 | 14:26 Uhr

Marl. Spielausfall am Badeweiher. Wie erwartet konnte die NRW-Liga-Begegnung des VfB Hüls gegen Alemannia Aachen II nicht ausgetragen werden.

Der Platz war nach den Regenfällen unter der Woche nicht bespielbar, ein Ausweichen auf den Kunstrasen wegen der besonderen Sicherheitsrelevanz nicht möglich. Trainer Klaus Täuber passte das gar nicht, nach dem Siegen-Spiel muss nun schon ein zweite Heimbegegnung nachgeholt werden, wobei die Termine noch nicht feststehen.

Auch Horst Darmstädter hätte lieber einen echten Fußball-Nachmittag verbrachte. So aber hatte der Abteilungs-Chef Zeit für administrative Aufgaben. Er bereitete sich auf die Sondersitzung einiger Mitglieder des Fußballausschusses im Westdeutschen Fußball- und Leichtathletik-Ausschuss Montagabend in Duisburg-Wedau vor. Dabei geht es um „grundsätzliche Überlegungen zur Überarbeitung” der NRW-Liga-Statuten, dem Vernehmen nach vor allem um die technisch-organisatorischen Zulassungsvoraussetzungen. Bei der turnusmäßigen Sitzung des Ausschusses am 9. Dezember könnten sie womöglich schon abgesegnet werden.

„Ich gehe davon aus dass es dazu kommt”, sagt Darmstädter als Vertreter der Amateurvereine im Gremium. Er ist einer der schärfsten Kritiker der hohen Hürden, die unter anderem seinen Verein dazu gezwungen haben, Sicherheitszäune am Badeweiher aufzustellen. „Der Käfig muss wieder weg”, fordert Darmstädter seit langem. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Wobei sich im Nachhinein die Frage nach Geldverschwendung stellen dürfte. 16 000 Euro hat das Unternehmen Infracor als Eigner des Badeweiher-Stadions allein für die Zäune bezahlt, dazu kommen die Arbeitskosten. Ein Abbau, und genau darum geht es dem VfB, würde wieder Geld kosten.

Ungleichbehandlung wirft Horst Darmstädter und seine Fraktion dem Verband vor. Es gebe zahlreiche Vereine, die die geforderten Maßnahmen gar nicht oder unzureichend umgesetzt und die trotzdem die Lizenz erhalten hätten. Allen voran Arminia Bielefeld, deren Reserve an der Rußheide ohne Sicherheitszäune spielt, und MSV Duisburg. Deren Zweitmannschaft zieht sich bei Spielen im Meidricher Trainingszentrum in ordentlichen, Profiansprüchen genügenden Umkleidekabinen um. Gäste dagegen müssten sich, so wie etwa FC Gütersloh in der vergangenen Saison und eben der VfB Hüls vor einigen Wochen, in den Damen- und Herren-Toiletten umziehen. Darmstädter: „Ich wollte das erst gar nicht glauben, als mir Güterslohs Geschäftsführer Bernhard Hartmann die Zustände dort geschildert hat und mich bat, sie dem Ausschuss vorzutragen. Als wir selbst dort waren, habe ich Bilder gemacht.”

Das und einiges mehr wird Darmstädter heute in Duisburg anführen. Auch die Unleichbehandlung beim Einsatz von Akteuren aus höherklassigen Mannschaften für die Profi- und die Amateurvereine stoßen ihm und seinen Mitstreitern sauer auf. Eine längst bekannte Forderung wird wieder auf den Tisch kommen: eine eigene Liga für die Amateurmannschaften der Profivereine. Auch dort sieht er auf Dauer die Chance, die Interessen der kleinen Vereine durchzusetzen.

Andreas Rorowski

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