Der Becker-Löw

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Diese Aufgabe scheint so leicht und ist doch so schwierig. Gute und sehr gute und sehr, sehr gute Springreiter gibt es in Deutschland in Hülle und Fülle. Alle haben auch ein gutes Pferd oder gleich mehrere gute, sehr gute oder sogar sehr, sehr gute Pferde. Otto Becker, der Bundestrainer der Springreiter, hat die Wahl und ist damit fast in so einer Position wie Joachim Löw.

Der kann inzwischen auch zwischen vielen guten talentierten Spielern wählen. Er kann sich aber bei der Aufstellung dann dennoch vertun. So wie Otto Becker.

Nimmt er einen Olympia-Sieger (Ludger Beerbaum) mit nach London? Oder eine Welt- und Europameisterin (Meredith Michaels-Beerbaum)? Oder einen Europameister (Christian Ahlmann)?Oder verzichtet er auf alle drei und nimmt stattdessen die mit, die auch schon bei Europameisterschaften und in Aachen beim CHIO gewonnen hat (Janne-Friederike Meyer)? Wie immer es macht, macht er es verkehrt – oder alles richtig. Vorausgesetzt, die deutschen Springreiter holen Gold oder zumindest eine Medaille. Gleiches gilt für den Einzelwettbewerb.

Fünf Plätze hat Becker zu vergeben. Völlig daneben kann er nicht liegen. Qualität hat er – egal für oder gegen wen er sich entscheidet – immer dabei. „Am Ende“, sagt er, „müssen die Aktiven ihre optimalen Leistungen abrufen.“ Reiter und Pferd – und genau das bleibt die nicht kalkulierbare Größe in dieser sportlichen Rechnung.