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Der Ausweg in der Nähe

04.02.2011 | 18:17 Uhr
Der Ausweg in der Nähe
Adrian Mahr (l.), Neugang des VfB Hüls.

Marl.Schlimmer kann es für einen Berufsfußballer fast nicht kommen. Mitten in der Saison zieht sich sein Arbeitgeber aus dem laufenden Spielbetrieb zurück. Die Perspektive? Keine. Doch Adrian Mahr hat seinen Ausweg aus dem persönlichen Schlamassel gefunden.

Nachdem der 1. FC Kleve seinen Spielern die erschütternde Botschaft überbrachte, handelte Mahr sofort. „Es gibt für eine solche Nachricht natürlich keinen richtigen Zeitpunkt, aber der Verein hat uns das so frühzeitig mitgeteilt, dass wir ausreichend Zeit hatten, uns einen neuen Verein zu suchen“ sagt der 27-Jährige. Mahr wohnt in Recklinghausen und kommt auch dorther. Sieben Jahren in der Jugendabteilung von Borussia Dortmund folgte ein Jahr in der zweiten Mannschaft des BVB. Danach zog es ihn über Kickers Offenbach und Darmstadt 98 zum 1. FC Kleve, für den er dreieinhalb Jahre kickte. „Ich wollte nicht so weit weg. Ich bin ein sehr familienverbundener Mensch“, erklärt Mahr. Für ihn ein Segen, dass da der Kontakt an den Badeweiher entstand.

„Mein ehemaliger Trainer Georg Kress hat den Kontakt vermittelt. Ich habe mich dann bei Marc-Andre Narewsky, den ich gut kenne, über den Verein informiert und dann mit Olaf Thon gesprochen. Die Vorstellungen und Perspektiven, die er mir aufgezeigt hat, haben mich überzeugt“, so Mahr. Vom Fußballspiel beim VfB Hüls leben kann er allein nicht. Muss er aber auch gar nicht. „Meine Eltern haben mir immer gesagt, dass ich auch Rücklagen bilden muss, für die Zeiten, in denen es mal nicht so läuft. Außerdem jobbe ich jetzt noch nebenher im Fitnessstudio eines Freundes in Bochum.“

Seine neuen Mitspieler am Badeweiher haben es ihm einfach gemacht, Anschluss an das Team zu finden. „Engin Yavuzaslan und Michael Planhof kannte ich vorher auch schon und unter Fußballern geht die Eingewöhnung eigentlich immer recht schnell“, sagt der Mittelfeldmann. Und weil er auch in Sachen Hobbies (Filme schauen, Freunde treffen, Musik) voll ins Fußballerleben passt, wird er sich wohl schon bald sehr heimisch am Badeweiher fühlen.

Sich selbst als Fußballer beschreiben möchte er nicht. „Das überlasse ich lieber anderen.“ Horst Darmstädter ist da nicht so zurückhaltend. „Ein guter Junge, der mich bei seinem ersten Auftritt schon überzeugt hat. Er ist unheimlich laufstark“, so der erste Ritterschlag vom VfB-Fußballboss. „Ich möchte dem Team helfen und versuchen, jedes einzelne Spiel erfolgreich zu gestalten“, gibt sich Mahr bescheiden, um dann aber doch selbstbewusst zu sagen: „Ich denke aber auch, dass ich nicht nur laufstark bin, sondern auch fußballerisch Qualitäten mitbringe. Ich möchte versuchen, das Team mitzuziehen.“

Bislang fühlt sich Adrian Mahr wohl beim VfB und könnte sich durchaus vorstellen, länger dort zu bleiben. „Jetzt will ich mich aber erst mal voll auf die laufende Saison konzentrieren“.

Felix zur Nieden

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