Der amerikanische Traum
09.03.2009 | 15:32 Uhr 2009-03-09T15:32:00+0100Lange haben die Verantwortlichen des American Football-Regionalligisten Recklinghausen Chargers an diesem Deal gebastelt. Jetzt ist er perfekt und die Football-Freunde im Vest dürfen sich auf ein Gastspiel zwei ehemaliger amerikanischer Collegespieler freuen.
Recklinghausen. Ralphael Jefferson und Shawn Hatcher heißen die beiden US-Amerikaner, die vom 2. April bis zum 30. September für die Chargers auf die Jagd nach Tackles und Touchdowns gehen werden. Der 27-jährige Jefferson gab nach seiner Zeit am College bereits einen Gastauftritt in Deutschland. 2005 spielte er bei den Franken Timberwolves in der 2. Bundesliga. Er ist gelernter Running Back (Ballträger) und Linebacker, (zentraler Verteidiger) wird aber bei den Chargers vor allem in der Defensive eingesetzt werden. Sein Cousin Shawn Hatcher (26) ist bei den Chargers als Wide Receiver (Passempfänger) und Cornerback (Passverteidiger) vorgesehen. Auslöser für die Verpflichtung der US-Amerikaner war der Abgang eines der Leistungsträger. Wide Receiver Andre Feuerherdt wechselte zu den Düsseldorf Panthers, und will in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga Fuß fassen. Trainer Heiko Czarnotta ist sich sicher, dass die beiden Amerikaner seinem Team weiterhelfen werden. „Beide werden uns genau auf den Positionen helfen, auf denen wir aktuell noch Schwächen haben. Trotz dieser Verstärkungen bleibt unser Saisonziel der Klassenerhalt, da die anderen Teams in der Regionalliga aufrüsten werden.”
Feuerherdt suchte selber nach zwei Jahren bei den Chargers den Weg ins Zweitligateam in Düsseldorf. „Ich habe mich vorgestellt und im Probetraining durchgesetzt. Jetzt versuche ich einen Platz in der Stammformation zu ergattern.” Dieses Vorhaben klappte für den gebürtigen Borkener beim ersten Vorbereitungsspiel der Düsseldorfer nicht auf Anhieb. Doch im Testspiel in Mailand bei den Rhinos Milano steuerte der 22-Jährige zwei Touchdowns zum Erfolg bei. Dennoch ist für Feuerherdt klar, dass es kein Spaziergang werden wird. „Düsseldorf spielt nur eine Liga höher als Recklinghausen, doch hier läuft alles zwei Klassen professioneller ab.” So gibt es gleich sieben Coaches, darunter viele ehemalige Profis aus Amerika, die sich um die verschiedenen Spielertypen kümmern. „Mit meinem Coach für die Wide Receiver muss ich mich auf Englisch unterhalten. Er ist noch nicht so lange in Deutschland.”
Zumindest diese Aufgabe ist für den angehenden Lehramtsstudenten kein großes Problem. Genausowenig wie die Einheiten in der Leichtathletikhalle im Arena-Sportpark in Düsseldorf. „Ich bin ja ehemaliger Sprinter vom LC Borken. Daher sind für mich die Trainingsbedingungen hier ein Traum. Einfach gigantisch.”
Auch Chargers-Chef Dietmar Müller traut ihm die 2. Liga zu. „Andre´ Feuerherdt hat sich diese Chance verdient und hat das Potenzial in der 2. Bundesliga zu spielen. Doch wir standen jetzt leider unter dem Druck jemanden als Ersatz zu finden.”

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