"Das versteht niemand"

Unverständnis regiert in der Basketball-Oberliga. Das versteht niemand, ist auch Citybaskets Trainer Christian Schütz merklich irritiert über den Kaufrausch, den der Marler BC kürzlich hinlegte. Nicht zuletzt das 73:63 (32:33) des MBC in der Vestischen Arena untermauert das Vorhaben, demnächst in die 2. Regionalliga aufzusteigen.

Recklinghausen.. Das Team von Karsten Gasper rangiert nur einen Sieg hinter der CSG Bulmke auf Rang zwei der Oberliga-Tabelle - auch dank der Importe aus Übersee. Mit Center Dennis Mims und Aufbauspieler Kai King verpflichtete der MBC Profi-Spieler aus den USA, Mutterland des Basketballs, und präsentierte kürzlich in Chris Randolph gar einen dritten Amerikaner.

Dass Spieler, die nicht den Sprung in die NBA oder andere Profi-Ligen schaffen, von deutschen Klubs engagiert werden, ist gar nicht unüblich. Schließlich vertraut Citybasket auch auf die Dienste von Antoine Myers, Carl Hipp oder Joe Scott - in der 2. Liga Pro B Nord. Aber in der Oberliga? Daran reibt sich die Konkurrenz. Sicherlich ist es gutes Recht des MBC, der vor Jahresfrist nur aufgrund des Rückzuges der DJK Adler Bottrop nicht in die Landesliga abstieg, auf Qualität zu setzen - und die kommt nunmal in üppigen Mengen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten vor.

Außerdem, und darauf fokussierte sich Schütz in seiner Analyse, "hatten wir sportlich die große Gelegenheit sie zu schlagen." Und fahrlässig vergeben. Citybasket II, das im Übrigen mit Oliver Pahnke, Max Gahlen und Adam Raczkiewicz nominell mit drei Spielern aus dem ProB-Kader auflief, führte zur Pause nicht unverdient mit 33:32, holte nach schwachem dritten Viertel (46:51) wieder auf und ging sogar in Führung - 55:53 (33.).

"Dann hat Marl seine beste Fünf auf‘s Feld beordert und wir haben uns merkwürdig zurückgehalten. Nicht mehr mutig gespielt, gute Wurfpositionen nicht ausgenutzt oder nicht getroffen", haderte Schütz. Während Marl 20 Punkte nachlegen konnte, gelangen Citybasket nur noch deren acht. "Das reicht halt nicht um Marl zu schlagen", erklärt Schütz. "Schade. Denn, wo Marl körperlich am Ende war, hatten wir nicht mehr die nötigen Körner um noch einen Gang hochzuhalten."