Das nette Westerholter Monster
18.02.2010 | 16:49 Uhr 2010-02-18T16:49:00+0100
Herten. Der SV Westerholt empfängt den HSV Werdohl/Versetal.
Keine Angst. Die „Monster, Monster”-Rufe der Grafschaft, des Fanklubs der Verbandsliga-Handballer des SV Westerholt, sollen keine Bestie heraufbeschwören. Vielmehr feiern sie einen, der die Gegner in der vergangenen Saison gleich reihenweise zur Verzweiflung brachte. Seitdem sich Torhüter Christopher Pielors aber im letzten Saisonspiel jener Aufstiegssaison einen Kreuzbandriss, Knorpel- sowie Meniskusschaden zugezogen hatte, stand der 26-jährige nicht mehr für die Westerholter, die am Samstag (19 Uhr) den HSV Werdohl/Versetal erwarten, zwischen den Pfosten.
Der Spitzname „Monster” ist dabei noch recht frisch. „Den gibt es erst seit der letzten oder vorletzten Saison. Einer aus der Grafschaft hat ihn gerufen und dann haben, wie es halt immer so ist, alle anderen mitgegröhlt.” Trainer Ralf Anischewski hofft auf eine Rückkehr Pielors' im März, weil dann Routinier Gerd Henning, der überhaupt erst wegen dessen Verletzung geholt wurde und schon mit Pielors Vater zusammenspielte, für einige Partien fehlen wird. Pielors selbst will sich und seinem Körper mehr Zeit geben, auch wenn das nicht immer einfach ist. „Vom Kopf her würde ich lieber gestern als heute wieder spielen. Ich habe mir aber als grobes Ziel spätestens die Vorbereitung auf die nächste Saison gesetzt.” Auch wenn er noch nicht ins Training einsteigen kann, werkelt er im Hintergrund kräftig an seinem Comeback. „Ich habe jetzt um die dreißig Einheiten hinter mir.” Dabei weiß er am besten, was gut für ihn ist. Schließlich ist er selbst Krankengymnast. Seine Heilung in die Länge gezogen, hatte der dreimonatige Zeitraum zwischen Verletzung und Operation, der entstand, weil sein Kreuzbandriss nicht richtig diagnostiziert wurde. Dabei hatte er selbst es im ersten Moment nicht unbedingt eilig ins Krankenhaus zu kommen. „Da wollte ich natürlich dabei sein, wenn wir aufsteigen. Das war vielleicht etwas unvernünftig von mir.” Sowieso hätte der Zeitpunkt der Verletzung nicht viel unglücklicher sein können. „Bei ihm passte einfach alles. Er hatte eine super Saison gespielt”, sagt Anischewski, der Pielors auch jenseits des Feldes schätzt. „Er ist ein super netter Typ, der auch ein unheimliches Standing in der Mannschaft hat.”
Seit seinem sechsten Lebensjahr spielt Pielors Handball, das wurde ihm im Prinzip mit in die Wiege gelegt. „Als Kind bin ich zu den Spielen meines Vaters, der bei der PSV Gelsenkirchen spielte, mitgegangen und da hatte man sofort einen Ball in der Hand.” Da er im alten Dorf in Westerholt aufwuchs, lag die Vereinswahl nahe. Noch in der F-Jugend war er als Feldspieler aktiv, zumindest für ein halbes Jahr. Ins Tor kam er, weil er schon „immer etwas robuster und größer” war. Was eine gewisse Geschmeidigkeit nicht ausschließt. Bei seinen Paraden deutet sich manchmal durchaus das Potenzial für einen Spagat an. „Da würde ich zurzeit allerdings nicht mehr hochkommen.”
Seinem zukünftigen Trainer Uwe Bekston hat Pielors ebenso wie das restliche Westerholter Team seine Zusage gegeben. Die Zeit mit Anischewski, der ihn nach einem zweijährigen Intermezzo von Westfalia Herne zurückholte, möchte er aber natürlich keineswegs missen. „Ralf hat hier vieles erreicht. Er hat uns ein paar Mal vor dem Abstieg gerettet und ist mit uns aufgestiegen.”

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