Das letzte Hurra in der Oberliga

Den erhofften Heimsieg gegen die Schiefbahn Riders gab es nicht. Die deutliche 7:31 (0:13)-Niederlage hakten die Recklinghausen Chargers beim Heim-Kehraus der Oberliga-Saison 2014 schnell ab. Denn es geht zu neuen Ufern in der Landesliga.

Recklinghausen.. Die achtwöchige Sommerpause hinterließ ihre Spuren. Abmeldungen aus persönlichen, beruflichen und auch sportlichen Gründen dezimierten den nicht gerade üppigen Chargers-Kader zusätzlich. Laut Richtlinien muss ein Spieltags-Aufgebot mindestens 22 Spieler umfassen, für das Heimspiel gegen die Gäste aus Willich schon ein Stresstest für Chargers-Headcoach Heiko Czarnotta.

Mengenmäßig war das Soll erfüllt, die sportliche Erwartungshaltung schrumpfte allerdings auf ein Mindestmaß. "Die Ansätze waren schon vorhanden. Die Mannschaft hat sich teuer verkauft. Das hat auch das Publikum erkannt", verwies Czarnotta auf die gut 100 Zuschauer, die nach der Schlusssirene aufrichtigen Applaus spendeten.

Schnell geriet das Chargers-Aufgebot in Rückstand - 0:13. Quarterback Niklas Brokopp fiel mit einem Bänderriss im Sprunggelenk ebenso aus. Doch die Chargers rafften sich zu einem manierlichen dritten Viertel auf und erhielten den Lohn im Schlussabschnitt: Eine Interception durch Jakob Küpferle mit anschließendem 5-Yard-Sprint führte zum Touchdown - 6:24. Auch der Extrapunkt wurde verwandelt. Mit der letzten Aktion schraubte Schiefbahn per Touchdown das Ergebnis auf 7:31.

Direkt im Anschluss versammelte Czarnotta seine Spieler um sich und rief eine Krisensitzung aus. Ergebnis: Die Chargers bekommen für die verbleibenden Auswärtspartien bei den Cologne Falcons II (6. September) und Solingen Paladins (21. September) keine spielfähige Mannschaft zusammen. Ferner wird sich der Verein aus der Oberliga zurückziehen und den Neustart in der Landesliga wagen.

Auch Czarnotta bleibt dem Verein erhalten. Unter einer Bedingung: "Hier muss eine durchgängige Jugendabteilung installiert werden."

Hintergrund: Der Chargers-Headcoach, der den Verein bis in die 2. Liga führte, musste Jahr für Jahr einen tief greifenden Umbruch aus dem bestehenden (football-erfahrenen) Kern und Sportart-Neulingen bewältigen. "Auf Dauer sind diese Kraftakte nicht zu stemmen. Mit gut ausgebildeten Jugendspielern aus dem eigenen Stall wären solche Umbrüche gar nicht nötig geworden", erklärt Czarnotta. Lobend hob er Football-Neuling Felix Preuss hervor. "Er hat schnell dazugelernt und in der Endphase zu großen Teilen unser Laufspiel geprägt." Solche Glücksfälle sind aber die Ausnahme denn die Regel.