Das Aus für die TuS-Volleyballer

Die Volleyball-Herrenmannschaft des TuS 09 Erkenschwick gibt es nicht mehr. Nach einer, auch der schwierigen personellen Situation geschuldeten, enttäuschenden Saison 2014/2015 melden die 09er in der kommenden Spielzeit kein männliches Team mehr.

Oer-erkenschwick.. "Wir haben keine Mannschaft mehr zusammenbekommen", sagt der Volleyball-Abteilungsleiter und ehemalige Trainer der Herrenmannschaft Volker Langguth. "Es gab keine acht Spieler mehr, die ich das ganze Jahr über zur Verfügung gehabt hätte." Man habe so lange wie möglich abgewartet und erst kurz vor Verstreichen der Meldefrist Anfang Mai definitiv den Rückzug entschieden.

Denn es habe durchaus "drei, vier Spieler" gegeben, die hätten weitermachen wollen. Man habe auch seine Kontakte spielen lassen, um das Team wieder aufzufüllen - dies allerdings ohne Erfolg. "Irgendwann muss man die sportlichen Konsequenzen ziehen und auch ziehen dürfen", sagt Volker Langguth, der keinen Hehl daraus macht, dass die Auflösung des Herrenteams keine angenehme Entscheidung war. "Es ist natürlich für jede Abteilung ein Rückschlag, wenn eine Mannschaft wegfällt."

Durchschnittsalter 40 bis 45 Jahre
Zumal die Abteilung personell ohnehin nicht auf Rosen gebettet ist. In der kommenden Saison geht mit den Bezirksklasse-Damen nur eine Vertretung des TuS 09 auf Punktejagd. Und aus der Jugend kommt quantitativ nicht viel nach. "In der Jugendabteilung gibt es zurzeit einen Jungen und acht Mädchen", sagt Langguth. Es scheint also, dass es auf absehbare Zeit kein Herrenvolleyball beim TuS geben wird.

Das Grundproblem der Mannschaft sei deren Altersstruktur gewesen. "Das Durchschnittsalter lag zwischen 40 und 45 Jahren", sagt Volker Langguth.

Peter Boente, der das Team als Sprecher nach außen vertrat, sagt: "Es sollte ein Generationswechsel stattfinden, aber der hat nicht stattgefunden."

Seiner Darstellung nach habe es drei Gruppen von Spielern gegeben: Die Jüngeren beschäftigten sich mit Berufswahl oder Ortswechsel, die mittlere Altersklasse mit Themen wie der Familienplanung oder Hausbau, und den Älteren sei die Belastung zu hoch. Peter Boente und mehrere andere ehemalige TuS-Spieler wollen zunächst als Hobbytruppe weitermachen.

Mit dem Rückzug der Herrenmannschaft geht beim TuS 09 ein Kapitel zu Ende, das bis vor kurzer Zeit noch recht erfolgreich geschrieben wurde. Denn es gab Spielzeiten in der Landesliga, und in der Saison 2013/2014 feierte die Mannschaft den Meistertitel in der Bezirksliga - verzichtete dann aber auf den Aufstieg, weil sich schon damals andeutete, dass die Personallage sich nicht verbessern würde. "Wir haben gesagt: Es macht keinen Sinn, den Aufstieg mitzunehmen", sagt Volker Langguth im Blick zurück. "Und das hat sich als richtig erwiesen." Als Beleg dafür kann die vergangene Saison dienen: Am Ende stand für den Titelverteidiger aufgrund von Verletzungen nur ein enttäuschender fünfter Platz zu Buche.