Christina Becker feiert bemerkenswertes WM-Comeback
24.03.2009 | 21:54 Uhr 2009-03-24T21:54:00+0100
Waltrop. Lance Armstrong ist zurück und sorgt mit seinem Comeback für großes mediales Interesse. Das sind Schlagzeilen. Dass aber die Frauen im Radsport eher im Schatten stehen, das hat Christina Becker schon immer gewurmt. Denn sie trainiert mindestens genauso viel wie der umstrittene Superstar.
Auch in dieser Woche wird es nicht anders sein. Während Armstrong, egal wo er auf dieser Welt auftaucht, für Blitzlichtgewitter sorgt, die Journalisten fast magisch anzieht, bekommt in der großen Öffentlichkeit kaum einer mit, dass im polnischen Städtchen Pruszkow wenige Kilometer südwestlich der Hauptstadt Warschau die Bahnrad-Weltmeisterschaften stattfinden. Dass Christina Becker nach sieben Jahren dort ein bemerkenswertes WM-Comeback feiern wird.
Bemerkenswert deshalb, weil sie im besten Radsport-Alter trotz guter Leistungen schon ausgemustert wurde, da der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) einst ein neues Konzept mit ganz jungen Athleten fahren wollte. Bemerkenswert auch deshalb, weil sich die 31-jährige Waltroperin trotz aller Rückschläge nie hat aus der Bahn werfen lassen. Sie hat immer an sich geglaubt und ist derweil so gut drauf, dass man an ihr bei der Nominierung nicht mehr vorbeikam.
Seitdem die Polizei-Obermeisterin ihrer Schwester Charlotte (25) zum Profi-Team Equipe Nürnberger gefolgt ist, hat sie noch einmal einen richtigen Schub nach vorne gemacht, hat die Nürnberger zu vielen Erfolgen getragen, ohne dabei oft selbst im Rampenlicht zu stehen. Eine Arbeiterin eben, die sich für nichts zu schade ist. Diesen Anspruch möchte sie auch in Polen erfüllen. Becker startet nämlich in der Mannschafts-Verfolgung.
Eine Disziplin, die es bei Weltmeisterschaften erst zum zweiten Mal gibt. Vergangenes Jahr war sie beim Debüt nicht dabei, als ihre Schwester Charlotte Bronze und damit ihre erste Medaille auf einer großen Bahn-WM einfuhr. Auch diesmal soll es Bronze werden, geht es nach den Wünschen der Beckers. Mehr scheint kaum möglich, „weil für mich Großbritannien und Neuseeland die ganz großen Favoriten sind.”
Und dahinter? „Es wird verdammt eng, weil es in diesem Jahr so viele gute Mannschaften gibt”, sagt Christina Becker. Seit der Einführung dieser Disziplin ist das Interesse anderer Nationen deutlich gewachsen. Der Aufbau nach Olympia hat die Leistungsdichte in der Spitze enorm vergrößert.
Für Christina Becker ist es ein Comeback und Debüt zugleich. Denn erstmals wird sie bei einer WM mit ihrer Schwester Charlotte gemeinsam starten. Verena Jooß ist die dritte, die Deutschland zu einer Medaille tragen soll. Seit Samstag sind sie in Polen.
Den ersten Tag verbrachte das Trio noch draußen. Seit Sonntag trainieren die Athleten im Velodrom. Eine schmucke 250 Meter-Bahn. Sehr hell. Ganz anders als in Frankfurt an der Oder, wo die BDR-Equipe ihr Abschlusstrainingslager abhielt. „Einladend und motivierend eben ist das hier", sagt Christina Becker.
Sie fühlt sich gut, auch wenn sie im Trainingslager leichte Magen- und Darmprobleme hatte. „Wir haben unwahrscheinlich hart trainiert und hoffen, dass wir zum entscheidenden Zeitpunkt in Topform sind.” Die letzten Tage war Feinschliff angesagt. Locker fahren. Eingewöhnen in die neue Umgebung. Noch einmal die Belastung antippen, sich kurz weh tun, wie es die Sportler auszudrücken pflegen, damit man am Start, wenn es drauf ankommt, nicht so erschrocken ist. Donnerstag ist Ziehung. Für das Team Becker/Becker/Jooß.
Am heutigen Mittwoch geht es bereits für Charlotte Becker los – erstmals bei einer WM in der Einerverfolgung, in der für sie eine Platzierung unter den besten Acht und eine Zeit unter 3:40 Minuten eine ganz große Schlagzeile wäre. Weil das nur ganz wenige Frauen aus Deutschland bislang geschafft haben.

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Denn sie trainiert mindestens genauso viel wie der umstrittene Superstar.
Sicher ist die Leistung von Becker zu würdigen. Aber das geht sicher auch ohne so einen Blödsinn zu behaupten. Da lach ich mir doch den ***** ab.