Chargers bleiben sieglos
06.06.2010 | 18:58 Uhr 2010-06-06T18:58:00+0200
Recklinghausen. Der Schlüsselspieler für das Schlüsselspiel. Mit dem neuen US-amerikanischen Quarterback Keith Lockwood (engl. „lock“ = Schloss) soll bei den American Footballern der Recklinghausen Chargers der Name Programm sein .
Der Bann, das dicke Kettenschloss, das die bisher sieglosen Chargers in der 2. Liga die Luft abschnürte, soll endlich gesprengt werden. Im Kellerduell gegen die Bonn Gamecocks schaffte die Mannschaft von Headcoach Heiko Czarnotta das noch nicht. Sie musste sich mit einem 14:14-Remis begnügen.
Eine Sprengung, die auch in echter Bond-Manie hätte vollzogen werden können. Allerdings nicht Darsteller Daniel Craig, sondern Running Back Philip Craig, in dieser Saison sowieso wichtigster Offensivspieler des Teams, half neben Lockwood dabei mit, dass es zunächst gut aussah.
Ganz so explosiv begannen die Chargers zwar nicht. Lockwood wurde mehrfach zu Boden gerungen, so dass auch der Stadionsprecher schon nicht mehr wusste, wie viele Sacks es denn jetzt genau waren. Dietmar Müller, der Vorsitzender der Chargers hatte mitgezählt. Spaß machte es ihm nicht. „Es waren neun Sacks. Ein historisches Highlight.“ Immer wieder blickte der Spielmacher in seinem ersten Spiel für die Recklinghäuser, Müller hatte ihn gar als „Heiland“ gepriesen und sich Wunderdinge erhofft, auf seinen Spickzettel. Selbstverständlich blieb dem erst vor einer knappen Woche in Frankfurt gelandeten 24-jährigen noch keine Zeit, sich mehr als lediglich die Grundzüge des Playbooks einzuprägen.
Ende des ersten Viertels fand sein Pass dann aber den gestarteten Craig, dem nur wenige Meter zu einem Touchdown fehlten. Die Seiten wurden gewechselt, das zweite Viertel begann und aus der guten Position sorgte Wide Receiver Simon Bölling nach einer starken Szene mit abschließenden Pass Lockwoods, für die 6:0-Führung. Plötzlich lief es wie am Schnürchen. Bonn wurde zu einem Fumble, einem Ballverlust, gezwungen und das „Ei“ gelangte in Chargers-Besitz. Ein Sprint von Craig und ein weiterer Extra-Point erhöhten auf 14:0. Das war es dann auch mit der Herrlichkeit. Bonns Quarterback rannte über 38 Yards zu einem Touchdown, dem auch noch eine Two-Point Conversion folgte. Mit dem 14:8 ging es in die Pause.
In der zweiten Spielhälfe zogen die Gäste sogar gleich, verpassten zum Glück für die Recklinghäuser aber den Extra-Point. Müller: „Bonn hat sowieso nicht gut gekickt. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht. Das Problem ist, dass es nicht einmal immer dieselben waren. Außerdem haben wir zu viele Strafen bekommen. Es kann einfach nicht sein, dass wir gegen den Letzten nicht über ein Remis hinauskommen.“ Zu allem Überfluss musste Bölling, der beste Passfänger der Chargers, mit einer Schulterverletzung ins Krankenhaus.
„Das war von unserer Offensive zu wenig. Die Defense war ganz gut. Aber es war genau so, wie ich es vorausgesagt hatte. Bonn ist in der Lage immer ein, zwei Dinger zu machen. Deshalb war vorher schon klar, dass wir mindestens einen mehr, also drei, machen mussten“, so Müller. „Die Mannschaft muss den Frust jetzt wegtrainieren. Es wird immer schwieriger in der 2. Liga zu bestehen. Der Vorstand hat alles Mögliche möglich gemacht. Vier Amerikaner sind eine Höchstmarke. Aber es ist, wie es immer ist. Du kannst die besten Einzelspieler haben, aber am Ende entscheidet das Team.“ Weiter geht es für die Chargers am 19. Juni. Gegner sind im Stadion Hohenhorst dann die Mönchengladbach Mavericks, ein ausgewiesenes Spitzenteam.

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