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Charakterfrage

29.03.2011 | 10:46 Uhr

Datteln.Zum Saisonende ist Schluss. Germania Dattelns Trainer Sebastian Rasch wird nur noch bis zum Ende dieser Spielzeit an der Seitenlinie der Germanen stehen. Danach trennen sich die Wege. Dennoch möchte er die Saison noch erfolgreich abschließen.

„Ich möchte die Saison so zu Ende bekommen, dass wir uns im Guten trennen. Es ist natürlich die Gefahr da, dass sich einige Spieler jetzt gehen lassen. Es müssen alle Charakter beweisen“, sagte Rasch. Gegen die Spvg. 95/08 Recklinghausen lief es aber nicht so, wie der Trainer es sich vorgestellt hatte. Datteln unterlag mit 1:3 (1:1). „Das war zu wenig für ein Heimspiel und dafür, dass wir uns für das Derby letzte Woche rehabilitieren wollten. Man hat gesehen, für welche Mannschaft es noch um etwas ging. Die letzte Bereitschaft hat man nicht gesehen und dann kannst du gegen so einen Gegner nicht bestehen“, erklärte Rasch. Recklinghausens Trainer Torsten Welke hingegen war sichtlich erfreut: „Das war ganz wichtig. Wir wussten, dass wir hier gewinnen müssen um ein Zeichen zu setzen. Dieses Spiel haben wir gewonnen und wir können auch die anderen gewinnen.“

Das Ende bei Germania Datteln soll aber nicht auch das Ende von Raschs Trainertätigkeit sein, die bei den B-Junioren des VfB Hüls ihren Anfang nahm. „Ich will schon gerne weiter als Trainer arbeiten“, sagte Rasch, dessen Abschied in beidseitigem Einvernehmen stattfindet: „Vielleicht ist es für beide Seiten ganz gut. Der Verein wollte etwas Neues und ich auch.“ Ein neues Engagement bei einem Dattelner Verein wird es aber wohl nicht mehr geben: „Es waren fünf schöne Jahre in Datteln, auch wenn zum Hauptziel immer ein Tacken gefehlt hatte.“ Der bereits mit SW Meckinghoven und danach auch mit Germania Datteln anvisierte Aufstieg blieb aus. Erfolgreich waren die beiden Teams aber dennoch. In Summe sieben Stadtmeister-Titel konnte Rasch mit beiden Vereinen feiern.

Der Erfolg steht für Rasch auch bei seinem zukünftigen Verein im Vordergrund, zudem sollte es schon etwas aus dem Kreis Recklinghausen sein. „Wichtig ist, dass es ein Verein ist, der leistungsorientiert arbeitet“, meinte der angehende Lehrer, der aber auch weiß, dass es nicht immer leicht ist einen neuen Verein zu finden: „Das ist für einen Trainer natürlich schwieriger, als für einen guten Spieler.“ Ein erneutes Engagement als Jugendtrainer könnte er sich auch durchaus vorstellen. „Das würde ich nie ausschließen, dass es auch wieder etwas im Jugendbereich ist“, sagte Rasch. „Ich bin immer für Gespräche offen.“

Auch wenn es mit der angestrebten Meisterschaft bei Germania Datteln wohl nicht mehr klappen wird, so hinterlässt er seinem Nachfolger, der am Dienstag vorgestellt wird/wurde, eine intakte Mannschaft. „Zwischen mir und die Mannschaft da kriegst du kein Blatt“, lobte er den Teamgeist bei den Dattelnern. Einem erfolgreichen Arbeiten des neuen Trainers steht also kaum etwas im Wege: „Der Verein hat Potenzial, es fehlt einfach nur, dass der Trainer eine Mannschaft bekommt, wo er auch mal ein wenig Druck aufbauen kann“, sagte und bemängelte damit lediglich die mangelnde Breite des Kaders.

Christian Müßner

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