Brudertausch auf der Trainerbank

Die Meldung überrascht: Michael Brannekämper stellt sein Amt als Trainer der Landesliga-Handballer bei der PSV II nach Saisonende zur Verfügung. Nach sechs Jahren ist es an der Zeit neue Impulse und Reize an die Mannschaft zu setzen, kommentiert Michael Teddy de Bruyn, Sportlicher Leiter bei der PSV, den Vorgang. Brannekämpers Nachfolger steht bereits fest.

Recklinghausen.. Es ist Bruder Thomas, aktuelles Mitglied des Verbandsliga-Kaders. Die Entscheidung wurde der Mannschaft am Montag mitgeteilt, erklärt de Bruyn. Die nahm die Entwicklung gefasst auf. Das Ausscheiden von Michael Brannekämper, das betont de Bruyn ausdrücklich, "hat rein gar nichts mit der sportlichen Situation zu tun". Zwar rangiert die PSV II mit vier Zählern auf einen Abstiegsrang der Landesliga. Und durchaus hatte man sich in Halle Nord auch mehr erhofft, als bloß zwei Siege aus den bisherigen zwölf Spielen.

Vielmehr führe Michael Brannekämper aber persönliche Gründe für seinen Rückzug ins Feld. "Er möchte sich häuslich in Haltern niederlassen, sich zudem mehr um seine Familie kümmern. Er braucht ein Jahr Pause vom Handball", schildert de Bruyn, selbst Kreisläufer im Landesliga-Team.

Sein künftiger Chef, Thomas Brannekämper, ist im wahrsten Sinne des Wortes die bevorzugte "interne Lösung". "Thomas kennt den Verein wie kein Zweiter. Nach einigen Traineraufgaben im Jugendbereich ist das jetzt der Schritt in den Vollzeit-Trainerjob bei den Senioren. Wir als Sportliche Leitung sind natürlich froh über seine Zusage." Thomas Brannekämper habe bereits einige Trainingseinheiten mitgemacht und geleitet.

Ungeachtet dessen geht es für den Aufsteiger am Samstag in der Liga weiter - mit einem nicht ganz unwichtigen Spiel. Denn die PSV II gastiert zum absoluten Krisengipfel bei Schlusslicht SG Handball Hamm III (17 Uhr). "Gegen Gladbeck haben wir ein Lebenszeichen entsendet. In Hamm müssen wir nachlegen. Uns könnte ein ganz wichtiger Sieg im Abstiegskampf gelingen", liebäugelt de Bruyn, der allerdings zum Hinrunden-Abschluss auch anerkennt: "Viele Gegner sind nicht unsere Kragenweite. Es wäre auch nicht tragisch mit unserer jungen Mannschaft in die Bezirksliga zu gehen." Als Kapitulation soll das nicht verstanden werden. De Bruyn versichert: "Wir geben nicht auf."