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2. Runde im WHV-Pokal

Bruderkampf

05.02.2009 | 14:32 Uhr
Bruderkampf

Für 60 Minuten kehrt Thomas Brannekämper an die Stätte früherere Erfolge zurück. Der 26-Jährige tritt mit Regionalligist VfL Eintracht Hagen bei seinem früheren Verein PSV Recklinghausen an.

Recklinghausen. Was ist von einem Mann zu halten, der auf die berühmte Frage nach den drei Dingen, die er auf einem einsame Inseln mitnehmen würde, mit „drei Kisten Bier” antwortet? Zumindest gibt es großen Interpretationsspielraum und diesem Fall die Gewissheit, dass solche Fragen gerne mal mit einem Augenzwinkern beantwortet werden. Eindeutig sind die handballerischen Fähigkeiten dieses Mannes. Thomas Brannekämper hat Format: vor allem als Torschütze aus dem halblinken Rückraum. Der Mann hat eine richtige Klebe.

Was auch Regionalligist VfL Eintracht Hagen nicht entgangen ist, der sich im Vorjahr nach langem Buhlen die Dienste des 26-Jährigen sicherte. Damals wechselte er von Verbandsligist PSV Recklinghausen. Und genau dort, bei der PSV, tritt Brannekämper mit seiner neuen Mannschaft in der zweiten Runde des Pokalwettbewerbs auf westdeutscher Ebene an (Samstag,. 18.30 Uhr, Sporthalle Nord). Ein Wiedersehen mit vielen Facetten. So treffen sich die Brüder Thomas und Michael Brannekämper (Foto), der Co-Trainer bei der PSV ist, erstmals als Rivalen.

Hartes Los
Schermbeck trifft auf Korschenbroich

Pokal-Splitter

Mit einem mühsamen 28:26 bei der SG Bünde-Dünne qualifizierte sich Kreispokalsieger PSV Recklinghausen nach den überstandenen Runden auf westfälischer Ebene für die zweite Pokalrunde auf westdeutscher Ebene.

Neben Thomas Brannekämper gibt es einen weiteren Akteur im Team des VfL Eintracht Hagen mit PSV-Vergangenheit. Levent Cengiz (27) wechselte bereits 2003 zum Regionalligisten.

In der zweiten WHV-Runde steht auch der SV Schermbeck, der indes noch mehr als die PSV in der Außenseiterrolle steckt. Er empfängt am Samstag um 18 Uhr in der Sporthalle an der Erler Straße den ungeschlagenen Regionalliga-Tabellenführer TV Korschenbroich.

Ein Freilos in der zweiten WHV-Runde hat Westfalia Herne gezogen, das ebenso wie acht weitere Mannschaften diesmal zuschauen darf. Elf Begegnungen werden an diesem Wochenende in der zweiten Runde ausgetragen

Von gesteigerter Nervosität kann noch nicht die Rede, „das kommt vielleicht noch. Aber natürlich ist das Spiel etwas besonderes. Jedenfalls ist es mir lieber als jedes andere Spiel”, sagt Thomas Brannekämper. Gerne möchte er zeigen, dass er in Hagen noch etwas dazu gelernt hat.

Lange hat der 2,00 m-Mann gezaudert, ob er die PSV verlassen soll. Er war erfolgreich, zweimal bester Torschütze mit weit mehr als 200 Toren pro Saison. Das Klima im Team stimmte. Aber irgendwann wollte er den Sprung dann doch wagen. Heute sagt er: „Ich habe den Wechsel nicht bereut.” Auch oder gerade weil er nicht mehr so im Fokus des Interesses steht. „Früher hätte ich mir schon manchmal gewünscht, ausgewechselt zu werden.” Das ging nicht oder nur selten, weil vieles im Spiel der PSV auf ihn zugeschnitten war.

In Hagen ist er einer von vielen Indianern, ohne nur Mitläufer zu sein. 67 Tore in 19 Spielen, 25 davon vom Siebenmeterpunkt. Damit ist der gelernte Bankkaufmann und studierte Wirtschaftswissenschaftler, der gerade eine Stelle als Personaldisponent in Essen angetreten hat, hinter Alexandros Katsigiannis (90) und Patrick Lütgenau (87) der drittbeste Schütze seiner Mannschaft. Manchmal erhält er große Spielanteile auf Halblinks oder Halbrechts, manchmal steht er nur zwei oder drei Minuten auf dem Feld. Das geht in Ordnung. Der Unterschied zwischen Regional- und Verbandliga? In der 3. Liga geht es schneller und härter zu.

Nicht in Ordnung ginge eine Niederlage des Regionalligisten Hagen, zumal der sich in der Vorsaison unrühmlich schon in der ersten Runde des WHV-Pokals verabschiedete. Brannekämper: „Das soll nicht noch einmal passieren.”

Bei aller Hoffnung auf ein Pokalmärchen, rechnet PSV-Trainer Ingo Häußler denn auch nicht mit einer Überraschung. „Wenn wir realistisch sind, dann haben wir gegen eine zwei Klassen höher angesiedelte Mannschaft nur wenig Chancen. Aber wir wollen so lange wie möglich mithalten und den Zuschauern ein gutes Spiel liefern.” Aufbieten kann der Spielertrainer dabei fast seinen gesamten Kader, auch die zuletzt in der Reserve eingesetzten Gerwin Pommerenke und Christian Pieper sind dabei. Allein der Einsatz von Torhüter Michael Schmidt ist fraglich, er könnte aus beruflichen Gründen verhindert sein. Für die Gastgeber könnte das Spiel selbst im Falle einer Niederlage Positives bewirken. „Vielleicht hilft es uns aus unserer kleinen Krise. Jedenfallskönnen wir unbeschwert aufspielen.” Das ist doch was für ein Team, das zuletzt nicht den rechten Dreh fand und bei der Niederlage in Eiserfeld ebenso enttäuschte wie beim 20:20 im Derby gegen den HSC Haltern-Sythen.

Souverän zeigte sich dagegen zuletzt Eintracht Hagen, das freilich in der Meisterschaft auch nur noch „die Kür spielt”. Als Dritter (29:9 Punkte) hat die Mannschaft von Trainer xxx einen beträchtlichen Rückstand auf Tabellenführer TV Korschenbroich (38:0). Das dürfte nichts mehr gehen.

Andreas Rorowski



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