Bilden Oberkönig und Wilk bald die Doppelspitze bei Teutonia SuS?

An der Spitze des Fußballvereins Teutonia SuS Waltrop wird es bei der Jahreshauptversammlung am 6. März einen Wechsel geben. Frank Thiem wird nicht erneut kandidieren. Sollten die Mitglieder zustimmen, könnte es dazu kommen, dass die Kicker vom SpoNo künftig von einer Doppelspitze geführt werden von Stephan Oberkönig und Thomas Wilk.

Waltrop.. Frank Thiem (37) war drei Jahre lang Teutonen-Vorsitzender. Davor arbeitete er sieben Jahre lang als Sportlicher Leiter. Seit nunmehr 33 Jahren ist der Waltroper Mitglied bei den Teutonen.
Warum der junge Familienvater aufhört? "Ich habe eine Firma mit Sitz in Essen gekauft, es bleibt einfach wenig Zeit. Ich bin ja schon seit einigen Monaten in die zweite Reihe gerückt und freue mich einfach darauf, dann zum Sportplatz gehen zu können, wann ich will."

Schwerpunkt liegt auf der Inklusion
Immer vorausgesetzt, die Planungen des aktuellen Vorstandsteams bezüglich seiner Nachfolge wird von den Mitgliedern bestätigt, will sich Thiem weiter um die Werbung kümmern. "Außerdem ist es mein Ziel, die Inklusion weiter voranzutreiben. Doch dazu ist es nicht nötig, einen Posten zu haben", so der 37-Jährige.
Stephan Oberkönig und Thomas Wilk sollen demnach vom 6. März an die Geschicke der Teutonen leiten. Allerdings wird es davor noch Gespräche geben, in denen zwei, drei Rahmenbedingungen abgesteckt werden. "Sollte alles passen, planen wir, innerhalb eines zwölfköpfigen Teams die Arbeit aufzuteilen", kündigt Oberkönig an.
An seiner Seite wird Thomas Wilk stehen. Vor drei Jahren zog der Geschäftsführer einer Sportartikel-Beflockungsfirma nach Waltrop, spielt bei den Altherren der Teutonen.
Frank Thiem hält große Stücke auf ihn: "Er ist eloquent, ruhig und hat viel Geschäftssinn." Stephan Oberkönig über Wilk: "Thomas hat einen sehr großen Vorteil: er würde das Amt völlig unvoreingenommen antreten."

Oberkönnig kennt die Sportszene aus dem Effeff
Oberkönig dagegen kennt die Waltroper Sportszene aus dem Effeff. Der 46-jährige gebürtige Waltroper ist seit eh und je mit dem hiesigen Fußball verbunden. "Mein erstes Training als E-Junior bei den Teutonen wurde auf Super-Acht-Film aufgenommen", erinnert sich Oberkönig grinsend.
Bis auf zwei Jahre beim SV Horneburg kickte er entweder beim VfB Waltrop oder bei den Teutonen.
Warum es den Familienvater, der sowohl Veranstaltungen beim VfB als auch bei den Teutonen kommentierte, nun zu den Teutonen verschlägt? "Ich bin hier gelandet, weil ich dem Verein das zurückgeben möchte, was er meinen Söhnen gibt", so der 46-Jährige.
Die 15-jährigen Zwillinge Florian und Tobias leben mit einem Handicap. "Und die beiden werden hier so toll aufgenommen. Hier wird nicht über sie, sondern mit ihnen gelacht", sagt Oberkönig. Es tue ihm gut, dass seine Söhne nicht in einem Behindertensportverein Sport treiben, sondern in einem Fußballklub. "Tobi darf in der BII-Mannschaft spielen, im Frühjahr auch mit nach Spanien fahren", freut sich der Papa.
Das Thema Inklusion soll weiterhin eine zentrale Rolle bei den Teutonen spielen. Die Einbeziehung von Menschen mit Behinderung in den Alltag dieses Sportvereins stand bereits unter Frank Thiem im Fokus.
Die intensive Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe sei ebenso fest geplant, so Oberkönig.

Generationen sollen zusammenhalten
Das zweite Anliegen des neuen Vorstandes: "Wir wollen einen Verein, in dem Generationen zusammenhalten. A-Junioren sollen in die Senioren wechseln, der Vater eines Minikickers bei den Altherren zocken. Die Zeit der Wandervögel ist vorbei, bei uns soll es die dritte Halbzeit geben und die Jungs sollen Spaß am Fußball haben", so Oberkönig.
Und der Waltroper, der als Regional-Bereichsleiter bei einem Automatenhersteller für das Ruhrgebiet zuständig ist, sieht noch weitere Vorteile des SpoNo-Klubs: "Die Altherrenabteilung ist toll. Im Seniorenbereich sind wir mit drei Mannschaften gut aufgestellt und im Jugendbereich wollen wir Breitensport treiben. Wir haben eine der schönsten Anlagen im Kreis."
Das Ziel des neuen Vorstandes sei, dass alle Teutonen näher zusammenrücken. "So werden zum Beispiel der Jugend- und Seniorenbereich weiterhin geschäftlich getrennt operieren. Aber ganz gleich ob Minis oder Altherr: Hier gibt es nur ein Wir", so Oberkönig.