Beim FC 96 zieht eine Gewitterfront auf
18.12.2008 | 18:01 Uhr 2008-12-18T18:01:00+0100Während der FC 96 Recklinghausen mit Klubchef Jürgen Siedelhofer sich endlich in ruhigen Gewässern glaubt, ist Kooperationspartner Necdet Tanis enttäuscht über das finanzielle Vergleichsangebot
Recklinghausen. Während sich Fußball-Westfalenligist FC 96 Recklinghausen nach den jüngsten Umgruppierungen im Vorstand und einem ersten Vergleichsangebot an den ehemaligen Kooperationspartner Necdet Tanis in ruhigen Gewässern glaubt, scheint nach den Aussagen von Tanis der nächste Sturm nur noch eine Frage von Tagen zu sein. Und dieser könnte den FC gewaltig durchschütteln.
Für Klubchef Jürgen Siedelhofer ist der Kooperationsvertrag mit Tanis Geschichte und auch alle anderen unangenehmen Begleiterscheinungen sind für ihn kein Thema mehr. Ein erstes Vergleichsangebot sei zugestellt worden und „alles weitere nun Thema der Anwälte”. Außerdem sagt er von sich aus, „dass die Mannschaft am Freitag beim Training das noch ausstehende Novembergehalt bekommen wird. Dann sind wir auch da glatt.” Außerdem habe der Verein genügend finanziellen Spielraum, um auch den Rest der Saison problemlos durchzustehen. Vor allem, „da wir nun wieder eine komplette Vorstandscrew haben, die eng zusammensteht und alles tun wird, um den Verein weiter erfolgreich zu managen.”
Anders sieht diese heile FC-Welt aus, wenn sich Necdet Tanis zu Wort meldet. Der von der FIFA lizensierte Spielervermittler ist enttäuscht und verbittert, wenn das Thema Vergleichsangebot auf den Tisch kommt. „Damit konnte ich mich nicht zufrieden geben. Das Angebot lag deutlich unter der Summe, die ich in den Verein gesteckt habe. Zumindest diese Summe möchte ich wiederhaben, dann können wir über alles reden.”
Doch mit dieser Aussage ist noch nicht Schluss, und der folgende Nachsatz hat durchaus das Gewicht eines anrollenden Abrissbaggers. So haben die Anwälte von Tanis ihrerseits dem FC nun ein neues Angebot übermittelt und daran eine kurze Frist zur Reaktion geknüpft. Der Moerser Geschäftsmann geht davon aus, dass der Westfalenligist sich auf diesen Handel einlässt. Ansonsten ist er entschlossen, sich seine Einlage vor Gericht zu erstreiten. Dann würde es laut Tanis für den FC noch um ganz andere Summen gehen, als der bisher nicht dementierte hohe fünfstellige Betrag, den er den Recklinghäusern zur Verfügung gestellt habe.
Für ihn ist klar, dass der FC die laufende Saison immer noch nur dank seiner Geldeinlage bestreiten kann und sich der Klub daher mit seinen Federn schmücken würde. Auch diese persönliche Enttäuschung spiele eine große Rolle.

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