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Basisarbeit

23.02.2012 | 16:28 Uhr
Basisarbeit
Thomas Onnebrink (l.) Foto: Lutz von Staegmann / WAZ FotoPool

Recklinghausen..Sechs Spiele haben die A-Jugendhandballer in der Bundesliga noch vor sich. Je nach Abschneiden könnten noch ein paar folgen. Die Höhepunkte werden jedoch weniger. Ein Jugendteam, wie es es seit Jahrzehnten, eher sogar noch nie, auf diesem Niveau im Kreis gegeben hat, wird danach getrennte Wege gehen. Vieles deutet zumindest darauf hin. Am Sonntag (17 Uhr, Heinrich-Auge-Halle) gibt es noch mal einen dieser Höhepunkte. Dann ist der TSV GWD Minden zu Gast.

Die im Prinzip seit der C-Jugend durch ihre Leistungen geweckten Begehrlichkeiten anderer Klubs werden durch teilweise herausragende Auftritte auf der Bühne Bundesliga nicht geringer geworden sein. Mindens A-Jugendtrainer Zsolt Homovics kennt das Geschäft, kennt die Leistungsträger des HSC bestens. Er ist nebenbei nämlich auch noch DHB-Stützpunkttrainer und Coach der Westfalen-Auswahl, für die phasenweise beinahe die komplette Recklinghäuser Mannschaft nominiert wurde. „Fabian Huesmann, Thomas Onnebrink, Björn Sankalla und Dennis Szczesny waren der Grund dafür, dass wir damals einen so starken Länderpokal gespielt haben. Durch das Doppelspielrecht in der Verbandsliga haben sie sich auch körperlich stark verbessert.“

Dass aus diesem Quartett bisher nur Szczesny den HSC verlassen hat, spricht für den Charakter und die Bodenständigkeit der Talente. Aber auch für ihr Potenzial. Szczesny, der der Eintracht 2009 den Rücken kehrte, läuft mittlerweile für Bayer Dormagen in der 2. Liga auf. Und spielt für die polnische Jugendnationalmannschaft. Homovics: „Für einen Verein wie Recklinghausen ist es nicht einfach. Sie haben Essen, Dormagen und Solingen im Umfeld. Der Bundesliga-Nachwuchs sollte ab der C-Jugend in der höchsten Spielklasse spielen. Dafür wird in einem Umkreis von 50, 60 Kilometern nach Spielern gesucht. In der A-Jugend passiert das schon bundesweit.“ Selbst in Minden, wo im Gegensatz zu vielen anderen Profi-Klubs eine „sehr gute Basis“ vorhanden sei, können nicht alle Talente gehalten werden. „Wir haben letztens drei Jugend-Nationalspieler verloren.“

Die Einführung der Bundesliga habe zu einer Professionalisierung des Nachwuchsbereichs gesorgt. Davon haben aber, so Homovics, vor allem der Süden und Osten der Handball-Republik profitiert. „Der Westen war immer sehr ausgeglichen. Das bestätigt unsere Tabelle ja auch in dieser Saison. Wir haben keine Über-Mannschaft wie Berlin. Im Osten und Süden ist das Niveau gestiegen, bei uns ist es gleich geblieben. Es war aber vorher schon sehr stark.“

Am Sonntag gehe es für beide Teams „um alles.“ Der gegenseitige Respekt ist groß. „Der HSC hat durch den kurzfristigen Trainerwechsel in der Abwehr profitiert. Fabian Huesmann ist immer noch einer der besten Angreifer über links. Thomas Onnebrink kann mit seiner Erfahrung eine Mannschaft führen und Björn Sankalla ist mit seiner Einstellung in der Abwehr einer der besten Spieler.“ HSC-Coach Levent Cengiz erwartet einen heißen Tanz: „Ich hoffe, dass die Halle so voll ist wie gegen TuSEM. Vielleicht kommen ja auch die anderen Recklinghäuser Vereine vorbei und unterstützen uns. Minden hat sicher andere Voraussetzungen als wir. Aber auch wenn wir individuell stark sind, müssen wir das mit Engagement, Herz und Kampfgeist wett machen.“

Die Konstellation

Die Teams, die nach Abschluss der regulären Saison die ersten vier Tabellenplätze belegen, sind bereits für die nächste Bundesliga-Spielzeit qualifiziert. Der Erste und Zweite hat zudem die Chance um die Deutsche Meisterschaft zu spielen. Das Rennen in der Nord-Staffel bleibt eng. Burgdorf ist Spitzenreiter, liegt aber nur drei Punkte vor dem HSC, der Fünfter ist. Minden hat als Zweiter zwei Zähler mehr auf dem Konto als die Recklinghäuser. Aus diesem Quintett werden sich voraussichtlich die vier bzw. zwei Teams, herauskristallisieren.

Stefan Müßner

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