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Bang, boom, bang

01.11.2009 | 15:46 Uhr

Frankfurt/Oder. Die Chargers schaffen trotz Niederlage die Rückkehr.

Die American Footballer der Recklinghausen Chargers sind wieder zurück in der 2. Bundesliga. Trotz einer 12:21-Niederlage im zweiten Relegationsspiel bei den Frankfurt/Oder Red Cocks schaffte das Team von Trainer Heiko Czarnotta den Aufstieg aus der Regionalliga. Den Ausschlag gab letzten Endes der 20:6-Sieg der Chargers im Hinspiel vor zwei Wochen und fast genau wie im ersten Vergleich das Trio Spielmacher Charlers Lacy und die beiden schnellen Passempfänger Dustin Eliot und Christian Schmudde.

Dietmar Müller Foto: Lutz von Staegmann/WAZ

Charles Lacy, erst im zweiten Abschnitt der Saison zu den Recklinghäusern gekommen, führte auch im zweiten Entscheidungsspiel geschickt Regie, drückte auf das Tempo oder spielte auf Zeit und hielt den Ball, immer so, wie es nötig war. Er setzte auch immer wieder Elliot und Schmudde in Szene. Als es im vierten Viertel beim 14:6 für Frankfurt noch einmal eng wurde, gelang Elliot der entscheidende Pass auf Schmudde. Chargers-Präsident Dietmar Müller, 1993/1994 noch selber als Spieler aktiv, als die Chargers zuletzt in der zweithöchsten deutschen Klasse spielten, beschrieb den wichtigsten Fang der jüngeren Vereingeschichte so: „Ich übertreibe jetzt ein bisschen. Aber Schlucke, so nennen wir Christian Schmudde, ist drei Meter hoch gesprungen und hat das Ei dann aus dem Frankfurter Nachthimmel geflückt.”

Bang Boom Bang. Aus diesem deutschen Film aus dem Jahr 1999 kommt der Name „Schlucke”, daher hat Christian Schmudde seinen Spitznamen. Mehrfach an diesem Abend bekam er diesen zu hören, wurde auch von Dietmar Müller immer wieder darauf angesprochen. „Schlucke” machte den Fang seines Lebens und machte damit den zweiten Aufstieg der Chargers in die 2. Bundesliga erst möglich. Bang. Boom. Bang.

Der Touchdown, der den Frankfurtern danach gelang, änderte nichts mehr. Mit dem Schluss stürmten die Anhänger der Chargers den Platz, bildeten Menschenpyramiden. Es war der Startschuss für einen Feierabend, der auch am Feiertag, dem Sonntag, nicht enden sollte.

Angefangen hatte alles so, wie sich die Chargers das vorgestellt hatten. Sie waren extra bereits am Freitag angereist, hatten auch daraus gelernt, was den Frankfurtern passiert war. Die waren zum Hinspiel erst am Spieltag losgefahren, waren nicht so frisch, wie sie hätten sein können. Das machte sich bemerkbar. Bei den Recklinghäusern dauerte das Einsetzen der Reisestrapazen bis zum dritten Viertel. Da sah es jedoch schon gut aus. Mit der Führung im ersten Viertel, Lacy hatte Elliot bedient, der ließ sich nicht mehr stoppen, war der Grundstein gelegt. Die Frankfurter aber kämpften um ihre Chance, erhöhten die Intensität, kamen auch folgerichtig durch ihren besten Mann, Spielmacher Thomas Brüning zum 6:6-Ausgleich, zur 12:6 und schließlich auch 14:6-Führung. Die Frankfurter Hoffnung auf den Aufstieg zerplatze, zerglühte, zersprühte wie die Feuerwerkskörper beim großen Feuerwerk, das die Frankfurter trotz der Niederlage in den dunklen Nachthimmel schossen. Es war der gelungene Abschluss eines denkwürdigen Footballspiels, das mit fast 1000 Zuschauer einen denkwürdigen Rahmen und mit den Chargers einen nicht nur Freude trunkenden Sieger gefunden hatte.

Viertel: 0:6, 0:0, 12:0, 7:6

Markus Rensinghoff

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